Kanalbau - . Redaktion

V.l.n.r.: Gerd Dehnert (Balzer GmbH & Co. KG), Martin Ritting (Funke Kunststoffe GmbH), Frank Simons und Michael Schmidt (EGF), von Thomas Koch und Armin Pircher (Hugo Pieper GmbH) sowie Alexander Schäfer (Balzer GmbH & Co. KG).    (Foto: Funke Kunststoffe GmbH)
V.l.n.r.: Gerd Dehnert (Balzer GmbH & Co. KG), Martin Ritting (Funke Kunststoffe GmbH), Frank Simons und Michael Schmidt (EGF), von Thomas Koch und Armin Pircher (Hugo Pieper GmbH) sowie Alexander Schäfer (Balzer GmbH & Co. KG). (Foto: Funke Kunststoffe GmbH)

Funke liefert Lösungen mit System

Erneuerung der Kanalisation in der Johannislandstraße in Frankenberg

Hamm – Die in der Abwasser­eigenkontrollverordnung (EKVO) des Landes Hessen vorgeschriebene Überprüfung der Abwasserkanäle förderte in der Johannislandstraße nicht Gutes zu Tage: In die Tage gekommene Regen- und Schmutzwasserkanäle aus Steinzeug und Beton im Südwesten der hessischen Stadt Frankenberg wiesen die für die Nutzungsdauer typischen Korrosionsschäden, Einbrüche und Undichtigkeiten im Anschlussbereich auf. Die Hugo Pieper GmbH Bauunternehmung (Korbach) erneuerte deshalb im Auftrag des AbwasserWerk Frankenberg (Eigenbetrieb der Stadt Frankenberg) die Kanalisation auf einer Länge von rund 125 Meter.

Zum Einsatz kamen dabei Produkte der Funke Kunststoffe GmbH:
• HS-Kanalrohre in Nennweiten von DN/OD 200 und DN/OD 400 für den Schmutzwassersammler und den Regenwassersammler,
• HS-Kanalrohre DN/OD 160 für den Hausanschlussbereich
• sowie die VPC-Rohrkupplung
• und der Funke BI-Adapte für die fachgerechte Herstellung von Übergängen von Kunststoffrohren auf vorhandene Beton- oder Steinzeugrohre.

Erstmals wurden in Frankenberg sechs Funke-Schächte DN 1000 eingebaut. Der begehbare Schacht, der aus einem mit Polyurethan (PU) ausgekleideten Betonunterteil, einem Kunststoff-Steigrohr und einem ebenso mit PU ausgekleideten Konus aus Beton besteht, hat die Baupartner beim Handling im Rohrgraben und mit seinen konstruktionstechnischen Eigenschaften überzeugt.

„Ausschlaggebend für die Produktwahl war in erster Linie der Systemgedanke, das heißt, wir wollten eine komplette, nachhaltige Lösung aus einer Hand“, so Michael Schmidt, Leiter Kanalbetrieb der EnergieGesellschaft Frankenberg mbH, EGF, die nach Abnahme der Bauarbeiten auch als Betreiber der Anlage fungiert.

„Damit können wir sicher sein, Produkte einzusetzen, die in ihrer Funktionsweise optimal auf­einander abgestimmt sind“, ergänzt EGF-Bauleiter Frank Simons, der im Auftrag des AbwasserWerks Frankenberg für Planung, Ausschreibung, Auftragsvergabe und Bauüberwachung verantwortlich zeichnete. „Außerdem hatten wir nur einen Ansprechpartner für die Produkte, die bei dem Projekt verwendet wurden.“

Hochbelastbar und nachhaltig
Mit dem HS-Kanalrohrsystem haben die Baupartner bereits gute Erfahrungen gemacht. Mit den dazugehörigen Rohren und Formteilen steht dem Anwender ein komplettes System vom Sammler bis zum Hausanschluss zur Verfügung. Durch die farbliche Trennung in braun (Schmutzwasser) und blau (Regenwasser) ist selbst nach Jahren die Unterscheidung möglich.

Alle Bauteile verfügen über eine fest eingelegte FE-Dichtung. Dabei handelt es sich um eine Zwei-Komponenten-Dichtung, bei der das Dichtungsmaterial an den Stützring aus PP angespritzt ist. Wegen der produktionstechnischen Eigenschaften ist ein Herausdrücken oder gar ein Vergessen der Dichtung bei der Verlegung nicht möglich.
Auch beim Werkstoff setzte man mit der Ringsteifigkeit von 16 Kilonewton pro Quadratmeter (SDR 27) auf ein Plus an Sicherheit. Es zeichnet sich durch hohe Stabilität, Sicherheit und gute Verlegbarkeit aus. Die Rohre sind glattendig und werden mit Doppelmuffen mit innenliegendem Steg verbunden.

Perfekte Verbindungen
Bei den Kanalbauarbeiten wurden die Hausanschlussleitungen bis 1 Meter auf die privaten Grundstücke verlegt und die neuen HS-Kanalrohre dort mit vorhandenen Leitungen verbunden.
„In der Regel handelte es sich hier um Steinzeugrohre“, erklärt Hugo Pieper-Bauleiter Dipl.-Ing. Armin Pircher. „Mit der VPC-Rohrkupplung haben wir die bauartbedingten unterschiedlichen Außendurchmes­ser ausgeglichen und so bereits viele sonst übliche im Rohrgraben auftretende Probleme mit einem Bauteil gelöst.“

Wo das nicht möglich war, etwa beim Anschluss von PVC-Rohren auf Betonrohre mit Fuß oder auf alte Rohre, die mit Beton ummantelt waren, war der Funke BI-Adapter die richtige Lösung. „Er schafft eine zuverlässige Verbindung von Rohren, die nur innen kreisrund sind und eine unterschiedliche Außen­geometrie aufweisen“, erläutert Funke-Fachberater Dipl.-Ing. Martin Ritting.
Der Adapter besteht aus einer Innenhülse aus nicht rostendem Stahl, einer abdichtenden EPDM-Manschette und einem Spreizkeil aus nicht rostendem Stahl. „Nach dem Einsetzen ins Rohr wird die EPDM-ummantelte Hülse durch das Einschlagen des Keils geweitet und an die Rohr-Innenwandung des Rohres formschlüssig angepresst“, beschreibt Ritting den Einbauvorgang. Mehrere ringförmig angeordnete Dichtungsrippen sorgen dabei für eine dichte Verbindung. Auf das andere Ende des BI-Adapters wird danach die im Lieferumfang enthaltene VPC-Rohrkupplung aufgesetzt und befestigt. Damit ist die Voraussetzung geschaffen, dass außen ein kreisrundes Rohr angeschlossen werden kann.

Falls die Grundstücksentwässerungs-Leitungen ebenfalls baufällig waren, wurden sie gleich ausgetauscht. Aufgrund der im Vorfeld durchgeführten intensiven Beratung der betroffenen Hausbesitzer lief auch das in der Regel reibungslos ab. So wurden die schadhaften Schmutzwasser- und Regenwasser-Leitungen auf den Grundstücken auch durch HS-Kanalrohre DN/OD 160 ersetzt.

Werkstoffeigenschaften überzeugen
Auch der Funke-Schacht DN 1000 hat die Verantwortlichen überzeugt: Hier sind die Vor­züge verschiedener Werkstoffe zu einem System kombiniert, so ihre Meinung. Das Schachtunterteil aus Beton verleiht dem Bauwerk Sicherheit gegen Auftrieb, und die korrosions- und abriebssichere PU-Auskleidung sorgt für optimale hydraulische Verhältnisse.

Das Steigrohr aus PVC-U kann in Baulängen bis maximal 6 Meter auf die Baustelle geliefert werden und ist vor Ort – falls nötig – in 10-Zentimeter-Schritten auch gut abzulängen. Wegen der monolithischen Fertigung entfallen die für herkömmliche Schachtbauwerke typischen Fugen.

Den Abschluss des Bauwerks bildet der ebenfalls mit PU ausgekleidete Funke Schachtkonus. Dank seiner Konstruktion erfolgt die Lastabtragung nicht über das Steigrohr, sondern in das umliegende Erdreich. Während der Bauphase wird das Bauwerk mit einer begehbaren Schutzplatte aus Holz gegen Absturz gesichert. Sie ist im Lieferumfang enthalten.
„Solche Dinge machen sich im Bauablauf positiv bemerkbar, ebenso wie verschiedene andere Ausstattungsmerkmale“, erklärt Thomas Koch von Hugo Pieper. „Die Abdeckplatte sorgt für die nötige Sicherheit“, so der Geprüfte Polier, „und die Handhabung der Bauteile an der Einbaustelle wird zum Beispiel durch die werkseitig an den Bauteilen angebrachten Seilschlaufen sehr vereinfacht.“
Die Kanalbauarbeiteten starteten im Dezember 2016 mit der Einrichtung einer Wassernotversorgung. Im Zuge der Arbeiten wurden auch die Wasserleitungen DA 125 PEHD sowie die Netz- und Beleuchtungskabel erneuert. Nach Wiederherstellung von Tragschicht und Asphaltoberfläche konnte der Gesamtbau im März 2017 wie ge­plant abgeschlossen werden.

. Redaktion

Erschienen in Ausgabe: Dezember 2017/Januar 2018 | Seite 23

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