. Jasch Zacharias

as neue Rathaus in Freiburg ist mit dem DGNB-Preis für „Nachhaltiges Bauen“ prämiert worden. (Foto: ingenhoven architects / HGEsch)

Freiburg hat Deutschlands bestes Öko-Rathaus

Erstes öffentliches Netto-Plusenergiehaus der Welt bekommt DGNB-Preis für „Nachhaltiges Bauen“

DBU/Berlin – Das neue Rathaus in Freiburg ist mit dem DGNB-Preis „Nachhaltiges Bauen“ prämiert worden. Es gilt als erstes öffentliches Netto-Plusenergiegebäude der Welt. Die renommierte Architekturauszeichnung ist gemeinsam von der „Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis“ und der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) beim 11. Deutschen Nachhaltigkeitstag in Düsseldorf vergeben worden.

„Das Freiburger Rathaus ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie öffentliche Gebäude einen Vorbildcharakter für die Umsetzung ökologischer und architektonischer Standards haben können“, sagte DGNB-Präsident Alexander Rudolphi. „Es integriert Lösungen, die zeigen, wie Bauherren und Architekten Themen wie Klimaschutz, Innovation und Baukultur in Einklang bringen können.“ Rudolphi verlieh den Preis gemeinsam mit der Bundesministerin für Verbraucherschutz, Katarina Barley (SPD).

Rathaus erzeugt mehr Energie als es verbraucht
Entworfen wurde das Rathaus von „ingenhoven architects“ aus Düsseldorf. Als erstes öffentliches Netto-Plusenergiegebäude der Welt erzeugt es mehr Energie als es verbraucht. Wobei die überschüssige Energie ins Freiburger Stadtnetz eingespeist wird. Der Neubau mit Verwaltungszentrum und Kindertagestätte bringt 840 Mitarbeiter, an einem Ort zusammen. Zuvor hatten diese an über 16 verschiedenen Standorten gearbeitet. Für ein Verwaltungsgebäude eher ungewöhnlich wurden in Freiburg zudem die energetischen Anforderungen des Passivhausstandards als Orientierung verwendet.

Darüber hinaus nutzt das Gebäude erneuerbare Energiequellen (Solar- und Geothermie) zur Stromgewinnung wie auch zum Heizen und Kühlen. Damit liegt der Primärenergiebedarf des Rathauses bei nur 45 kWh/m2 im Jahr. Das entspricht gerade etwa 40 Prozent des Primärenergiebedarfs eines vergleichbaren Bürogebäudes.

Einzigartig ist auch die Lärchenholzfassade des Rathauses. Das Holz stammt aus lokalem Waldbestand. Die mit Photovoltaik-Modulen belegten beweglichen Vertikallamellen dienen der Energiegewinnung und der Verschattung zugleich.

Futurium Berlin und „Hamburg Heights“ haben das Nachsehen
Das Freiburger Rathaus setzte sich gegen starke Konkurrenz durch: Als Favorit für den Architektur-Preis galt zunächst das Zukunftsmuseum Futurium in Berlin. Auch das Bürogebäude „Hamburg Heights“ hatte gute Chancen auf den ersten Platz.

. Jasch Zacharias

Erschienen in Ausgabe: Seite 8| Februar 2019

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