von Redaktion

Förderung für Grauwasserrecycling bis Ende 2026 befristet

Systeme werden nach der europäischen Norm EN 16941-2 ausgelegt

Bei der technischen Gebäudeausrüstung bietet Grauwasserrecycling zwei Hebel: Trinkwasser wird durch Betriebswasser ersetzt und die im Abwasser enthaltene Wärme kann zurückgewonnen werden. Entscheidend ist jedoch oft die Finanzierung. Das KfW‑Umweltprogramm bietet bis Ende 2026 Kredite, um Grauwasseranlagen zinsgünstig zu realisieren – vorausgesetzt, Planung und Antragstellung greifen früh ineinander.

Mit der richtigen Finanzierung bietet sich ein Zusammenspiel aus Grauwasserrecycling und Wärmerückgewinnung an. Denn es senkt den Verbrauch von Trinkwasser und erschließt interne Wärmequellen.

Finanzierung als Türöffner

Grauwasseranlagen liegen aus Sicht von Ressourcenschutz und Betriebskosten nahe. Im Investitionsbudget konkurrieren sie jedoch mit anderen Maßnahmen . Hier setzt das KfW‑Umweltprogramm „Umwelt schützen und Ressourcen schonen“ mit den Krediten 240/241 an. Es fördert Investitionen, die über gesetzliche Mindestanforderungen hinausgehen und einen messbaren Beitrag zum Umwelt- und Ressourcenschutz leisten.

Das maximale Volumen pro Vorhaben liegt bei 25 Millionen Euro. Abhängig von Laufzeit und Zinsbindung sind Tilgungszeiträume von bis zu zwanzig Jahren möglich, häufig mit tilgungsfreien Anlaufjahren, in denen lediglich die Zinsen bedient werden. Auf diese Weise lässt sich die Finanzierung so strukturieren, dass die Einsparungen bei Wasser-, Abwasser- und Energiekosten einen Teil der Kreditrate abdecken.

Andreas Bichler, CEO von Dehoust, weist darauf hin, dass der Antrag muss vor dem Kauf gestellt sein muss. Sonst sei es zu spät. "Wer sein Vorhaben 2026 aufsetzt, kann die heutigen Förderkonditionen noch nutzen", sagt Bichler. Was danach kommt, wisse derzeit niemand. "Und die Wasser- und Abwassergebühren werden weiter steigen“, so der CEO.

In der Praxis empfiehlt es sich, zunächst, das Nutzungsprofil des Gebäudes und den zu erwartenden Wasserbedarf zu erfassen und auf dieser Basis gemeinsam mit einem spezialisierten Hersteller oder Planungsbüro eine technische Konzeption mit Grobkostenschätzung zu entwickeln. Dies dient der Hausbank als Grundlage für die Prüfung des KfW‑Antrags.

Idealerweise sitzen Finanzierungspartner, Planer und Techniklieferant frühzeitig an einem Tisch, um Missverständnisse zu vermeiden und die Fristen bis zum 31. Dezember 2026 einzuhalten. Dehoust gehört zu den Unternehmen. die Bauherren und Planer mit der technischen Auslegung, einer belastbaren Budgetangabe und den technischen Unterlagen unterstützt .

Grauwasser als unterschätzte Ressource

Grauwasser ist eine oft kaum beachtete, aber wichtige Ressource: Ein erheblicher Anteil des Trinkwasserverbrauchs in Haushalten entfällt auf Baden, Duschen, Körperpflege und das Wäschewaschen. Dieses lediglich gering verschmutzte Wasser wird als Grauwasser bezeichnet. Es, fließt zumeist direkt in die Kanalisation. Parallel dazu wird ein großer Teil des Trinkwassers für Toilettenspülungen verwendet. Aus hygienischer Sicht ist hierfür keine Trinkwasserqualität erforderlich. Der Umgang mit der Ressource ist kaum noch zeitgemäß. Grauwasserrecycling zeigt sich als technische Lösung zur Einsparung von Trinkwasser.

Grauwasser ist frei von Fäkalien und so leichter aufzubereiten als Schwarzwasser, das zwingend geklärt werden muss. In vielen Wohn- und Beherbergungsgebäuden wie Hotels, Fitnessanlagen, Pflegeeinrichtungen und Industriebetrieben macht es einen Großteil der gesamten Abwassermenge aus. Wird dieses Wasser direkt im Gebäude zu Betriebswasser aufbereitet, lässt sich der Bezug von Trinkwasser je nach Auslegung um bis zu 50 Prozent reduzieren.

Funktionsprinzip moderner Grauwasseranlagen

Für das Grauwasserrecycling stehen heute Systeme zur Verfügung, die mit rein mechanisch-biologischen Verfahren und Membranfiltration arbeiten – ganz ohne chemische Zusätze. Bei der Grauwasseranlage "GWtec" von Dehoust beginnt der Aufbereitungsprozess mit einer Grobfiltration, bei der das zufließende Grauwasser von Feststoffen befreit wird. Dieses vorgeklärte Wasser gelangt in einen biologisch aktiven Tank, in dem Mikroorganismen die gelösten organischen Inhaltsstoffe aerob abbauen.

Über die Kombination aus gesteuerter Belüftung und Sedimentationsphasen stellt sich eine Trennung ein. Im Anschluss erfolgt die Ultrafiltration, welche feinste Partikel, Bakterien sowie Viren zurückhält und ein weitgehend keimarmes Filtrat erzeugt. Das aufbereitete Wasser wird in einem separaten Speicher als Betriebswasser bevorratet. Je nach Anwendungsfall und lokalen hygienischen Anforderungen kann eine zusätzliche Desinfektionsstufe mittels UV‑Strahlung oder Ozon eingesetzt werden. Es entsteht hygienisch unbedenkliches, farbloses, geruchloses Betriebswasser, das über längere Zeiträume vorgehalten werden kann.

Eine kontinuierliche Sensorik überwacht den Betrieb. Über die Plattform "Dehoust Connect" lassen sich alle Leistungsdaten per Fernüberwachung einsehen und dokumentieren. Sämtliche Anlagendaten können zudem über Modbus oder "BACnet" an die Gebäudeleittechnik übertragen werden. Die Standardbaureihe deckt Tagesleistungen von zwei bis 30 Kubikmetern ab. Damit ist die Kapazität nicht begrenzt: Für höhere Bedarfe lassen sich Anlagen kombinieren oder in größerer Auslegung projektbezogen fertigen. Die Systeme werden nach der europäischen Norm EN 16941-2 ausgelegt, welche die einzuhaltenden Wasserqualitäten je Verwendungszweck festlegt. Zusätzlich ist die Baureihe nach dem US-Standard NSF/ANSI 350 Class C zertifiziert.

Wärmerückgewinnung für doppelte Effizienz

Um die im Abwasser enthaltene Wärme zu nutzen, sind Grauwasseranlagen mit Wärmerückgewinnung ausgestattet. Das warme Grauwasser oder das bereits aufbereitete Betriebswasser durchströmt einen Wärmeübertrager, der die Energie auf einen separaten Heiz- oder Trinkwarmwasserkreis überträgt. Eine nachgeschaltete Wärmepumpe kann das Temperaturniveau anheben, sodass die gewonnene Wärme direkt in das Warmwassersystem oder den Heizkreis eingespeist wird.

Besonders in Hotels, Mehrfamilienhäusern, Studentenwohnheimen, Pflegeeinrichtungen oder Sport- und Fitnessanlagen ist dieses Zusammenspiel aus Grauwasserrecycling und Wärmerückgewinnung attraktiv. Für die Heizungsplanung bedeutet dies, dass Grauwasseranlagen nicht als isolierte Insellösung betrachtet werden sollten. Werden sie von Anfang an in das Wärmeversorgungskonzept eingebunden, unterstützen sie sowohl die Einhaltung gesetzlicher Effizienzanforderungen als auch die Erreichung ambitionierter CO2‑Ziele.

von Redaktion

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