Baupolitik - . Redaktion

Fliesenlegerhandwerk –Meisterpflicht gefordert

Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg unterstützt Rückkehr zur alten Regelung

Berlin – Die Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg unterstützt die Forderung der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) der CDU/CSU, die Meisterpflicht im Fliesenlegerhandwerk wieder einzuführen. Die MIT hat in einem Beschluss am 5. Juli gefordert, die im Zuge der Handwerksreform abgeschaffte Meisterpflicht für diejenigen Berufe wiedereinzuführen, bei denen dies verfassungs- und europarechtskonform möglich ist. Als Begründung für die Meisterpflicht solle der Gesetzgeber künftig Gemeinwohlgründe wie den Verbraucherschutz und die Sicherung des Nachwuchses in die Handwerksordnung mit aufnehmen.

„Der Meisterbrief im Handwerk ist gelebter Verbraucherschutz“, sagte Reinhold Dellmann, Hauptgeschäftsführer der Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg (FG Bau). „Durch den Wegfall der Meisterpflicht im Fliesenlegergewerk 2004 ist es zu einem enor­men Qualitäts- und Preisverfall der handwerklichen Leistungen gekommen. Darunter haben die Qualitätsbetriebe sehr gelitten. Aus unserer Sicht ist es allerhöchste Zeit, die Meisterpflicht im Fliesenlegerhandwerk wiedereinzuführen, allein schon, um den Verbrauchern Sicherheit bei der Beauftragung von Fachbetrieben zu geben“, so Dellmann weiter.
Auch den Vorschlag, bei der Begründung der Meisterpflicht eine stärkere Gewichtung auf Verbraucherschutz und Nachwuchsgewinnung zu legen, findet die Zustimmung der FG Bau. Hauptgeschäftsführer Dellmann sagte: „Seit dem Wegfall der Meisterpflicht im Fliesenlegergewerk hat sich die Anzahl der Betriebe bundesweit zwar verzehnfacht, die Zahl der Lehrlinge ist aber dramatisch eingebrochen. Hält diese Entwicklung weiter an, haben wir bald kaum noch gelernte Fliesenleger, ein Traditionshandwerk stirbt aus. Insofern stehen wir als Bauverband voll und ganz hinter den Beschluss der MIT der CDU/CSU, die Meisterpflicht auch mit dem Hinweis auf das Thema Fachkräftesicherung zu begründen.“

. Redaktion

Erschienen in Ausgabe: August 2016 | Seite 9

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