von Redaktion

Fachsymposium über Beton: Von Carbonbeton bis Zementfreiheit

Wissenswertes über die Zukunft der Betoninstandsetzung am 2 Februar in Dortmund

Neue Regelwerke, Carbonbeton, zementfreie Betone und Künstliche Intelligenz – unter dem Motto „Betoninstandhaltung - heute für die Zukunft“ wirft das 33. Fachsymposium der Landesgütegemeinschaft Instandsetzung von Betonbauwerken NRW einen praxisnahen Blick auf aktuelle Entwicklungen und zukünftige Herausforderungen in der Betoninstandsetzung. Die Veranstaltung findet am 2. Februar 2027 in Dortmund statt.

Die Anforderungen an die Betoninstandsetzung verändern sich: Regelwerke werden weiterentwickelt, neue Materialien eröffnen zusätzliche Möglichkeiten und gleichzeitig steigt der Druck, Bauprozesse nachhaltiger und effizienter zu gestalten. Das Fachsymposium greift diese Entwicklungen auf und will technische, rechtliche und digitale Themen mit konkreten Praxisbeispielen verbinden.

Regelwerke sind ergänzt worden

Zum Auftakt informiert Arne Goslar von Kempen Krause Ingenieure aus Aachen, in seinem Vortrag "Was gibt´s Neues bei den Regelwerken im Bereich Betoninstandsetzung" über aktuelle Ergänzungen, Änderungen und Klarstellungen in den Regelwerken der Betoninstandsetzung. Im Mittelpunkt stehen die laufenden Arbeiten der zuständigen Bundesarbeitsausschüsse und die zu erwartenden zukünftigen Entwicklungen.

Anschließend steht Carbonbeton im Fokus. Marcus Hinzen von Solidian hat sich das Thema "Tiefgaragen, Parkhäuser, Industrieflächen zukunftssicher planen, sanieren und verstärken– mit Carbonbeton" vorgenommen und stellt dabei marktübliche nichtmetallische Carbonbewehrungen sowie spezielle Abstandhalter für deren Verlegung vor. Anhand von Anwendungen bei titelgebenden Bauwerken zeigt er, welche Möglichkeiten sich durch hohe Zugfestigkeit, Korrosionsfreiheit und Chloridbeständigkeit für die Sanierung und Verstärkung bestehender Bauwerke ergeben. Auch neue Ansätze für rissarme Oberflächen und Oberflächenschutzsysteme werden vorgestellt.

Forschungsergebnisse über zementfreien Beton

Einen Blick auf nachhaltigere Betontechnologien wirft Carola Edvardsen vom dänischen Unternehmen COWI. Unter dem Titel "Zementfreier Beton? Zukunft fürs Bauwesen u.a. für Betoninstandsetzung?" präsentiert sie Forschungsergebnisse und erste Anwendungen von zementfreiem Beton, bei dem Portlandzement durch industrielle Nebenprodukte ersetzt wird. Dabei geht es nicht nur um die Potenziale zur CO₂-Reduktion, sondern auch um die Frage, welche Perspektiven solche Betone für Neubau und Betoninstandsetzung bieten.

Mit den rechtlichen Aspekten der Abnahme von Betoninstandsetzungsbaustellen beschäftigt sich anschließend Dr. Stelzner von der Mönchengladbacher Kanzlei Kapellmann & Partner. Im Mittelpunkt seines Referates "Abnahme von Betoninstandsetzungsbaustellen in Verbindung mit dem Fremdüberwachungsbericht (FÜ) – Rechtliche Zusammenhänge und Auswirkungen" stehen die Schnittstellen zwischen Abnahme, Fremdüberwachung und Fremdüberwachungsbericht sowie die daraus entstehenden vertrags- und bauordnungsrechtlichen Auswirkungen.

KI lässt sich in Baubetrieben umsetzen

Um "KI in der Bauwirtschaft – vom Hype zur Umsetzung in Baubetrieben, Ingenieurbüros und Verwaltungen" geht es nach der Mittagspause. Lukas Hartmann von Helden im Handwerk zeigt anhand konkreter Beispiele aus Baubetrieben, Ingenieurbüros und Verwaltungen, wo KI bereits heute sinnvoll eingesetzt werden kann – und welche Voraussetzungen, Grenzen und Verantwortlichkeiten dabei zu beachten sind.

Den Abschluss bildet die Keynote "Zukunft beginnt im Kopf" von Ursula Helml aus Österreich. Im Mittelpunkt stehen Motivation, Haltung und Kommunikation als Faktoren für erfolgreiche Zusammenarbeit. Mit Storytelling, Humor und konkreten Impulsen zeigt sie, wie Teams auch bei steigenden Anforderungen und Veränderungen handlungsfähig bleiben können.

Begleitend zu den Vorträgen bietet eine Fachausstellung Gelegenheit zum Austausch und zur Information über aktuelle Produkte und Lösungen.

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