von Christian Schönberg
Fachmesse "Modular Build" feiert Premiere
Modulbauweise soll beim künftigen Bau-Turbo eine tragende Rolle spielen
Schneller bauen, mit mehr Effizienz und überschaubaren Kosten – dafür steht modulares Bauen. Für diese Form der Gebäudeerrichtung gibt es im nächsten Jahr ein neues Messeformat: die „Modular Build“ auf dem Berliner Messegelände.
Veranstaltet wird sie von der Karlsruher Hinte GmbH, die unter anderem auch für Messen wie die „Arbeitsschutz aktuell“ oder „Intergeo“ verantwortlich ist. Sie hat für die Messepremiere in der Bundeshauptstadt bereits einen bedeutenden Schirmherren gewinnen können – das von der 38-jährigen SPD-Politikerin Verena Hubertz geleitete Bundesbau- und -wohnungsministerium.
Hubertz selbst hatte beim Stapelfest von Europas größtem Modulbauprojekt an der Landsberger Alle die Bedeutung seriellen Bauens deutlich hervorgehoben. Mit ihr könne Kostenstabilität, Ausführungsqualität und Bauzeit auf ein neues Niveau gehoben werden (DBU berichtete). Diese Eigenschaften sollen auch bei der „Modular Build“ zum Tragen kommen.
Hebel für die Transformation der Bauprozesse
Laut dem Veranstalter ist „modulares und serielles Bauen der entscheidende Hebel, um Bauprozesse zu transformieren“, heißt es in der Ankündigung nach der Vorstellung des Messekonzeptes im März. Damit das gelingt, brauche es nicht nur Technik, sondern funktionierende Wertschöpfungsnetzwerke. Auch Standards, Planungssicherheit und eine verlässliche regulatorische Umgebung müssen in künftige Prozesse ihre Wirkung entfalten: „Genau hier setzt die ‚Modular Build‘ an“, so die Veranstalter. Sie soll als Plattform für Austausch, Marktreife und Umsetzung Einfluss auf die künftigen Entwicklungen nehmen.
Verbände und Hersteller zeigen sich vom Konzept überzeugt: „Unser Unternehmen begrüßt die Initiative“, stellt der Marketingleiter von Kleusberg, Jan Ackerstaff, klar. Für ihn bildet serielles und modulares Bauen den zentralen Hebel für dringend benötigte Infrastruktur: „Mit ‚Modular Build‘ kann ein wichtiger Schlüssel für schnellere Umsetzung, höhere Kostensicherheit und nachhaltigere Standards entstehen“, so Ackerstaff.
Verbandschef will den Dialog mit Kommunen suchen
Für Jörg Bauer, dem Vorstandsvorsitzenden des Bundesverbands Bausysteme, ist die Messe-Neuheit auch notwendig für den Dialog zwischen Politik, Verwaltung und Bauwirtschaft: „Kommunen stehen unter immensem Druck, Wohnraum und Infrastruktur schnell bereitzustellen. Modulares Bauen bietet dafür konkrete Lösungsansätze.“
Einen konkreten Startschuss nach der Ankündigung vom März ist auch schon in diesem Jahr mit einem sogenannten Kickoff-Event geplant. Es soll im November – also rund ein Jahr vor der Premiere – stattfinden. Einen genauen Termin wollen die Veranstalter noch nennen. Das Event soll erste Impulse setzen, Inhalte finden und Netzwerke initiieren.
Einen Partner für den Netzwerkausbau hat Hinte bereits gefunden: die „Innovation Ausbau“, eine branchenübergreifende Zukunftsinitiative der deutschen Baubranche. Sie soll Brücken zu wichtigen Akteuren bauen und berät inhaltlich bei der Weiterentwicklung des Themenprofils.
Foto: Christian Schönberg
von Christian Schönberg