. Redaktion

Wird ein Haus abgerissen, entsteht Baumüll. Die Entsorgung von Abrissabfällen wird immer teurer. (Foto: Pixabay)

Entsorgung von Müll treibt die Baukosten in die Höhe

Es gibt zu wenig Deponien – Industrie fordert neues Verwertungsgesetz

DBU/Berlin – Es wird immer mehr gebaut. Doch der Boom sorgt gleichzeitig auch für immer mehr Baumüll, der entsorgt werden muss. Doch wohin mit dem ganzen Schutt? Es gibt zu wenig Deponien. Und das zu knappe Angebot treibt die Baukosten in die Höhe. Ein neues Bauabfallverwertungsgesetz könnte für Entspannung des Entsorgungsnotstands sorgen.

Bauen wird immer teurer, auch weil die Entsorgung von Baumüll immer mehr Geld kostet. Nach Angaben des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie kostet bereits die Entsorgung des Erdaushubs für den Neubau eines Einfamilienhauses bis zu 30.000 Euro. Denn die Kapazitäten auf den zu wenigen Deponien sind bereits so gut wie ausgereizt. Als Folge muss der Baumüll zur Entsorgung quer durch die Republik und ins Ausland transportiert werden.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts ist die Zahl der für die Entsorgung von Baumüll in Frage kommenden Deponien trotz steigenden Abfallvolumens innerhalb des vergangen jahrzehnts fast um die Hälfte auf 1108 gesunken. Weitere könnten nach Ende der vorgeseheenen Betriebsdauer im Jahr 2025 geschlossen werden.

Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) befürchtet, dass sich die Lage noch verschärfen wird. Denn die aktuelle Fassung der „Mantelverordnung für Ersatzbaustoffe und Bodenschutz“ könnte dazu führen, dass künftig noch mehr Baumüll entsorgt werden muss. Nach Berechnungen des Bundesumweltministeriums seien das bis zu 70 Millionen Tonnen zusätzlich zu den bereits jetzt jährlich anfallenden rund 200 Millionen Tonnen Bauabfällen.

Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie kritisierte unlängst, dass „einheitliche bundeslandübergreifende abfalltechnische Vorgaben“ seit Jahren überfällig seien. Der Verband fordert bundesweit einheitliche Rahmenbedingungen für mineralische Bau- und Abbruchabfälle sowie Bauaushub, die in einem Bauabfallverwertungsgesetz festgehalten werden. Der Verband unterstützt zwar die Initiative des Bundesumweltministeriums, ein Gesamtkonzept für mineralischen Bauschutt zu schaffen. Doch ist nach Überzeugung der Bauverbände das Ziel des Gesetzgebers, im Rahmen der Gesetzesvorhaben „Mantelverordnung“ und „Novelle der Gewerbeabfallverordnung“ einen Beitrag zur Lösung des Problems bei gleichzeitiger Förderung der Kreislaufwirtschaft sowie des Ressourchenschutzes zu leisten, noch in weiter Ferne.

„Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschutz beginnen in der Planungsphase und brauchen angemessene Rahmenbedingungen“, heißt es in einer aktuellen Mitteilung des Bauindustrie-Verbands. Schon heute hätten Bauherren und Bauunternehmen mit einem ständig wachsenden Aufwand für Abfallmanagement, größere Transportentfernungen und gestiegenen Deponiegebühren zu kämpfen. Längst betrage der Kostenanteil des Entsorgungsaufwands mehr als 20 Prozent der Baukosten.

Ohne ein Einschreiten des Gesetzgebers werden diese Ausgaben jedoch weiter in die Höhe getrieben. Zudem weiß man künftig immer noch nicht, wohin mit dem Müll.

. Redaktion

Erschienen in Ausgabe: Seite 02| November 2018

Zurück