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„Einhalten der Klimaschutzziele führt für alle zu mehr Aufwand“

Bauindustrie begründet in Exklusiv-Interview CO₂-Schattenpreis bei öffentlicher Auftragsvergabe

Der Vorschlag der Bauindustrie eines CO2-Schattenpreises als Bedingung für die Vergabe öffentlicher Aufträge trifft bei vielen mittelständischen Unternehmen auf Widerspruch. HDB-Hauptgeschäftsführer Tim-Oliver Müller setzt sich im DBU-Interview mit diesen Bedenken auseinander.

Herr Müller, teilen Sie die Angst kleinerer Bauunternehmen, dass sie bei Einführung eines CO2-Schattenpreises gegenüber großen Konzernen als Kriterium für die Vergabe öffentlicher Aufträge benachteiligt werden?
Tim-Oliber Müller: Klar ist: Die Einhaltung der Klimaschutzziele wird für alle Seiten zu mehr Aufwand führen, unabhängig von der Unternehmensgröße. Dagegen können und sollten wir uns nicht wehren, denn diese Ziele sind gesetzlich verankert und gesellschaftlicher Konsens. Die Frage ist: Wo entsteht Mehraufwand und wie kann dieser reduziert werden? Uns war wichtig, ein Modell vorzulegen, dass jeder Bauunternehmer anwenden kann. Zwei Punkte sind zentral: Erstens funktioniert das Schattenpreis-Modell bei allen Vergabemodellen, auch bei der klassischen Losvergabe. Zweitens müssen die Bauunternehmen nicht den CO2-Fußabdruck ihrer Leistung benennen, wenn sie noch nicht so weit sind. Sie erhalten die Möglichkeit, die vom Planer ermittelte Ökobilanz punktuell zu optimieren.

Bild: Tom-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands der deutschen Bauindustrie (HDB)  (Foto: HDB)

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Erschienen in Ausgabe: Dezember 2023 | Seite 02

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