von Redaktion

Drei Brücken in NRW in Rekordzeit fertiggestellt

Die L 142 ist ein wichtiger Zubringer für ein Wohngebiet an der Euskirchener Straße

Zwischen Neuss-Erfttal und der Anschlussstelle zur A57 wurde auf der L142 ein außergewöhnliches Infrastrukturprojekt realisiert: In nur wenigen Monaten ersetzte die Gebr. Echterhoff GmbH & Co. KG drei bestehende Brückenbauwerke – inklusive Straßen- und Radwegsanierung über eine Strecke von rund 555 Metern. Das Projekt gilt als Pilotmaßnahme für beschleunigten Brückenbau in Nordrhein-Westfalen und wurde unter anspruchsvollen innerstädtischen Randbedingungen umgesetzt.

Anliegerverkehr blieb jederzeit aufrechterhalten

Die L142 ist nicht nur Zubringer zur A57, sondern gleichzeitig die zentrale Verkehrsader für ein angrenzendes Wohngebiet. Die Stadtstraßen Euskirchener Straße und Harffer Straße stellen die einzige Anbindung an das lokale Straßennetz dar. Entsprechend galt während der gesamten Bauzeit eine klare Vorgabe: Der Anliegerverkehr musste jederzeit aufrechterhalten bleiben.

Um diese Herausforderung zu bewältigen, wurden die drei Ersatzneubauten in enger logistischer Abhängigkeit zueinander geplant. Während jeweils eine Straße gesperrt war, blieb die andere durchgehend befahrbar. Das erforderte eine exakt getaktete Bauabfolge und eine Baustellenlogistik auf engstem Raum.

Eine Schlüsselrolle spielte die sogenannte Echterhoff-Expressbauweise beim Brückenbauwerk über die Euskirchener Straße. Hier kamen großformatige Betonfertigteile zum Einsatz, die in kurzer Sperrzeit montiert wurden. Die Vollsperrung der Stadtstraße dauerte lediglich sechs Wochen – ein Zeitraum, der im Vergleich zu konventionellen Bauweisen erheblich verkürzt ist.

Über Harffer Straße und den Norfbach wählte das Bauunternehmen konventionelle Bauweise

Die beiden anderen Bauwerke – über die Harffer Straße und den Norfbach – wurden in konventioneller Bauweise errichtet, wobei die Widerlager unter laufendem Verkehr hergestellt wurden. Diese Kombination aus Express- und klassischer Bauweise ermöglichte eine optimale Abstimmung zwischen Bauzeit und Verkehrsführung.

Das Projekt war stark geprägt von beengten Platzverhältnissen und komplexer Baustellenkoordination. Während an einem Bauwerk Überbauträger montiert wurden, liefen an den anderen Bauwerken bereits Erd- und Betonarbeiten. Materiallieferungen mussten präzise aufeinander abgestimmt werden, um Verkehrsbehinderungen zu vermeiden.

Asbestfund hielt Bauarbeiten nicht über den vorgegebenen Zeitplan hinaus auf

Durch intensive Arbeitsvorbereitung und eine eng verzahnte Disposition konnten Rückbau, Gründung und Widerlagerherstellung termingerecht abgeschlossen werden. Trotz einem unerwarteten Asbestfund bei den Abbrucharbeiten blieb der Gesamtzeitplan stabil. Nach nur acht Monaten Bauzeit wurden alle drei Brückenbauwerke inklusive Straßenbau erfolgreich abgenommen und für den Verkehr freigegeben.

Das Bauvorhaben wurde landesweit als Pilotprojekt für beschleunigte Ersatzneubauten wahrgenommen. Verkehrsminister Oliver Krischer informierte sich persönlich über Bauablauf und Bauqualität. Besonders hervorgehoben wurde die innovative Expressbauweise sowie die enge Zusammenarbeit zwischen Auftraggeber und Bauunternehmen.

Kennzahlen zum Bauprojekt Neuss-Erfttal

• rund 3.000 m³ Ortbeton
• etwa 1.400 m³ Fertigteilbeton
• zirka 500 Tonnen Bewehrungsstahl
• rund 20 Tonnen Spannstahl

Foto: Auch NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (B90/Grüne) besuchte die Baustelle bei Neuss. (Quelle: Echterhoff)

von Redaktion

Zurück