. Christian Schönberg

Die Zukunft fest im Blick

Die Messen Bautec in Berlin und Digital Bau in Köln beleuchten die Digitalisierung und ihre Chancen und Herausforderungen

DBU/Berlin – „Bezahlbarer Wohnungsbau mit seriellem und modularem Bauen“ heißt das Motto der Messe Bautec vom 18. bis 21. Februar in Berlin. Bereits eine Woche zuvor, vom 11. bis 13. Februar, lockt die Messe Digital Bau nach Köln.

Sie sieht sich als digitale Leitmesse der Branche und vereint mehr als 140 Aussteller unter dem Dach der Messehalle 7 in der Domstadt. Die Unternehmen werden dort mit ihren digitalen Technologien und Dienstleistungen für das Bauwesen auf interessierte Architekten, Fachplaner und Fachhandwerker treffen. Die Messe ist auch deshalb so wichtig, weil die Entwicklung der Branche so rasant ist.

Für das Fachhandwerk bietet vor allem das Forum für digitale Initiativen und praxisorientierte Lösungen innovative Ansätze im Umgang mit der Digitalisierung im Handwerk. Das Forum soll einen umfassenden sowie neutralen Blick auf den Stand der Digitalisierung im Bauwesen werfen. Im Mittelpunkt stehen konkrete Projekte und praktische Erfahrungen, die in die fünf Workshop-Blöcke unterteilt sind: Entwickeln, Planen, Bauen, Handwerken und Betreiben.

Einer der 140 Aussteller ist beispielsweise OptiTime GmbH&Co. KG am Stand H 7.615. Das Unternehmen zeigt Lösungen für das Handwerk zur Prozessoptimierung in den Bereichen Zeiterfassung und vieler weiterer digitaler Arbeitsprozesse für das Projektcontrolling und die Lohnvorbereitung. Gerold Schmidt von der Icotec Communication am Stand H 7.252 ist ebenfalls mit seinen Lösungen bei der Digital Bau vertreten. Für ihn ist die Fachmesse die ideale Plattform für die Kommunikation mit seinen Kunden: „Dies ist die erste digitale Baumesse“, sagt er. „Wir erreichen unsere Zielgruppe Handwerk dort zu hundert Prozent.“ Er betont, dass die Digitalisierung vor dem Handwerk nicht halt mache: „Sie umfasst dabei nicht allein die Produktion“, so Schmidt. „Die Digitalisierung beginnt bereits im Büro und bedeutet, Arbeitsabläufe in der Verwaltung zu optimieren.“

Die Wohnungswirtschaft steht gleichfalls vor gewaltigen Herausforderungen, die nach neuartigen Lösungen rufen. Dazu, diese auch zu finden, will die Bautec ihren Beitrag leisten.

Seit fast zehn Jahren wird eine steigende Nachfrage nach Wohnungen in sogenannten Schwarmstädten beobachtet. Dort übersteigt die Nachfrage das Angebot bei Weitem. Die Folge: Die Verknappung von Wohnraum führt dazu, dass die Mietpreise weiter steigen. Verbunden mit den derzeit hohen Kosten für Wohnungsneubau sowie für Grund und Boden, ergibt sich eine schwierige Situation für kostengünstigen Wohnungsneubau. Die Sonderschau zum kostengünstigen und nachhaltigen Wohnungsbau wird weiterentwickelt und als fester Bestandteil in das Ausstellungsgeschehen integriert.
Außerdem wird es erstmals eine eigene Halle für die deutsche Bauindustrie geben – mit aktiver Unterstützung des Hauptverbandes. Laut Dieter Babiel, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie, steht die Wohnungs- und Bauwirtschaft mitten im vielleicht größten Umbruch ihrer Geschichte. „Digitalisierung, Überwindung von Gewohnheiten, Wohnungsbau, Fachkräftemangel und Industrie 4.0“ seien die Themen, die in Angriff genommen werden müssen. Diese Herausforderungen sollen bei der Messe eine wesentliche Rolle spielen. „Die Teilnahme lohnt sich also“, so Babiel.

Die Bautec ist erstmals im Südbereich des Berliner Messegeländes in den Hallen 1.2 bis 6.2 zu finden. Serielles und Modulares Bauen ist ein Top-Thema. Ein Fachkongress dazu in der Halle 4.2 wird deshalb ein wichtiger Programmpunkt sein. Er findet am 19. Februar von 10 bis 13 Uhr statt und wird vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie, dem Bundesbauministerium und dem Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GDW) veranstaltet. Im Anschluss daran lädt der GDW zu dem Fachsymposium „Gesellschaftliche Akzeptanz für den Wohnungsneubau“ und zu einer feierlichen Bauherrenpreisverleihung ein.

Der Bautec-Kongress beleuchtet am 20. Februar unter dem Titel „Urbanes Wohnen – Positionen und Perspektiven“ neue Bauaufgaben sowie Wohnkonzepte und Trends – von individuellen Lösungen über innovativen mehrgeschossigen Wohnungs- und Quartiersbau bis hin zur Sanierung und Bauen im Bestand. Natürlich steht bei allen Ideen auch die Frage im Raum, wie schnell es gelingen kann, neuen Wohnraum zu schaffen.

Informationen zum Rahmenprogramm der Bautec 2020 sind online unter www.bautec.com/FuerBesucher/RahmenprogrammEvents zu finden. Das Programm wird laufend aktualisiert.

. Christian Schönberg

Erschienen in Ausgabe: Dezember 2019 | Seite 31

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