von Redaktion
MTS-Innovationstag: Baustelle von morgen beginnt heute
MTS-Innovationstag 2026: MiC 4.0, KI und durchgängige Digitalisierung standen im Fokus
MiC 4.0, KI und durchgängige Digitalisierung standen im Fokus beim MTS-Innovationstag in Hayingen. Ws ging um Dragen wie "Wie lassen sich Automatisierungs- und Digitalisierungsstrategien miteinander verknüpfen?", " Welche Rolle spielen gemeinsame Standards dabei" und "welches Potenzial eröffnet sich dadurch schon heute für die Baustelle von morgen?"
Eine große Podiumsdiskussion, zehn Fachvorträge und ein 5.000 Quadratmeter großer Live-Parcours schlugen den Bogen von strategischen Fragen über konkrete Lösungsansätze bis hin zur praktischen Anwendung. Wie entscheidend dabei nicht nur das Zusammenspiel der Technologien, sondern auch der Schulterschluss aller am Bauprozess Beteiligten ist, zeigten die zahlreichen Gespräche im Verlauf der Veranstaltung.
MTS-Innovationstag 2026: Warum es nur gemeinsam mit MiC 4.0 geht
Wie wichtig das Zusammenspiel unterschiedlicher Technologien ist, wurde bereits bei der Podiumsdiskussion zum Auftakt deutlich. Unter dem Titel„MiC 4.0 Machines in Construction – der Standard für die Zukunft“ kamen hier Vertreter von MTS, Machines MiC 4.0, REIF Bauholding, Vemcon, VDBUM und Liebherr zu Wort. Im Kern ging es um eine Herausforderung, die mit zunehmender Digitalisierung immer drängender wird: Wie können Maschinen und Anbaugeräte unterschiedlicher Hersteller zuverlässig Daten
untereinander austauschen und miteinander kommunizieren?
Gerade die Entstehungsgeschichte von MiC 4.0 machte das komplexe Thema für die Teilnehmer greifbar: Fortschritt entsteht dort, wo Hersteller nicht ausschließlich eigene Lösungen verfolgen, sondern sich auf gemeinsame Standards verständigen. Dass bis zur umfassenden herstellerübergreifenden Umsetzung noch Entwicklungsarbeit notwendig ist, gehörte ebenso zur Diskussion. Der entscheidende Punkt dabei: Es geht nicht darum, einem einzelnen Hersteller einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Ein gemeinsamer Standard soll vielmehr dem Anwender nutzen. Denn wenn Bagger und Anbaugeräte miteinander kommunizieren, lassen sich beispielsweise Fehlbedienungen und Überlastungen vermeiden, geeignete Gerätekombinationen sicherstellen und Arbeitsabläufe vereinfachen. Gerade für Teilnehmer, die bislang wenig Berührung mit dem Thema hatten, wurde so nachvollziehbar, weshalb gemeinsame Standards eine wesentliche Voraussetzung für die weitere Automatisierung und Digitalisierung im Tiefbau sind.
Durchgängige Digitalisierung und Automatisierung: Was die Branche bewegt
Dass die Innovationstags-Themen die Gemüter bewegen, zeigte sich unmittelbar im anschließenden Vortragsprogramm. Besonders deutlich war das Interesse bei den Digitalisierungsthemen. Die Vorträge waren besonders stark frequentiert, und die Fragen an die Referenten entwickelten sich oft zu intensiven Fachgesprächen, in denen konkrete Anwendungsmöglichkeiten aus dem Baustellenalltag zur Sprache kamen. Die Bandbreite der Vortragsthemen war groß: 3D-Visualisierung und Simulation von Planung und Bauabläufen, digitale Geländemodelle für Bauausführung und Abrechnung, 3D-Dokumentation und modellbasierte Mengenermittlung sowie herstellerunabhängige Schnittstellen für Bagger Navigationssysteme gehörten ebenso zum Programm wie Automatisierung, Bodenmanagement und effizientere Prozesse im Kanalbau. Dabei wurde auch deutlich, wie sehr die Digitalisierung die Zusammenarbeit zwischen Planung und Bauausführung verändert. Wenn 3D-Modelle direkt auf Maschinen übertragen werden, steigen die Anforderungen an die Planung – ebenso wie die Bedeutung des fachlichen Austauschs und der kritischenPrüfung vor Ort. Denn trotz aller digitalen Möglichkeiten bleibt die Baustellenwirklichkeit der entscheidende Maßstab.
Auch Künstliche Intelligenz (KI) in Planung und Ausschreibung gehörte zu den Themen, die für Gesprächsstoff sorgten: Dabei ging es unter anderem um die Frage, welche Rolle KI künftig bei der Erstellung und Prüfung von Planungsdaten übernehmen kann und wo menschliches Fachwissen unverzichtbar bleibt. Daneben rückten mit der Wiederverwendung von Bodenaushub, der Bodenansprache und wirtschaftlicheren Verfahren im Kanalbau auch ganz klassische Herausforderungen der Baupraxis in den
Fokus. Die Fragen aus dem Publikum zeigten, wie sich die Diskussion in der Branche verändert hat: Denn es geht längst nicht mehr um das Ob der Digitalisierung, sondern zunehmend um das Wie: Welchen konkreten Nutzen bringen innovative Tiefbau-Technologien, wie greifen sie ineinander und was davon lässt
sich bereits heute auf der Baustelle umsetzen?
MTS-Innovationstag 2026: Auf Live-Parcours Automatisierungs- und Digitalisierungstechnologien im Einsatz
Nach den Vorträgen und der Mittagspause verlagerte sich das Geschehen auf den 5.000 Quadratmeter großen Live-Parcours. An acht Themenstationen erlebten die Besucher Automatisierungs- und Digitalisierungstechnologien im praktischen Einsatz. Auf besonderes Interesse stießen bei den Teilnehmern unter anderem die neuen MTS-Innovationen wie der MTS-LaserX, der MTS Leitungszonenverdichter LZV Control, der MTS-Tiltrotator TR16 sowie die Lösungen rund um NAVI 4.0 und MiC 4.0. Großen Anklang fand auch die MTS-Rail-Station, an der auf einem 30 Meter langen Gleiskörper MTS-Rail-Lösungen mit einem Zweiwegebagger unter realitätsnahen Bedingungen vorgeführt wurden. Gerade diese Mischung aus technologischen Neuentwicklungen, praxisnahen Vorführungen und dem direkten Gespräch mit Entwicklern und Anwendern machte für viele Besucher den Reiz der Veranstaltung aus. Die Vielfalt der präsentierten Lösungen machte zudem deutlich, wie stark MTS sein Technologieangebot in den vergangenen Jahren erweitert hat. Dabei steht längst nicht mehr das einzelne Werkzeug im Mittelpunkt, sondern zunehmend die Frage, wie sich unterschiedliche Technologien zu einem produktiveren Gesamtprozess verbinden lassen.
MTS-Innovationstag 2026 als Branchentreff
Dass der Innovationstag inzwischen weit über die Region hinaus Beachtung findet, unterstrichen auch die teils langen Anreisen der Teilnehmer.Mit seinem Konzept aus Fachwissen, Live-Erlebnis und persönlichem Austausch hat sich der MTS-Innovationstag als Branchentrefffür diejenigen etabliert, die den Tief- und
Straßenbau künftig digitaler, automatisierter und produktiver gestalten wollen. Denn die Branche will keine Schlagworte mehr, sondern Antworten – und den direkten Austausch mit denen, die an den Lösungen für die Baustelle von morgen arbeiten. Gefragt sind bereits heute umsetzbare Lösungen, die ineinandergreifen, herstellerübergreifend funktionieren und der Branche den Weg in Richtung einer wettbewerbsfähigen und nachhaltigen Zukunft ebnen.
Bild: Eine der Themenstationen auf dem 5.000 Quadratmeter großen Live-Parcours vom MTS-Innovationstag 2026 (Foto: MTS)
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