von Redaktion
DGNB legt Zertifizierungssystem für Museen auf
Zertifikat unterscheiden zwischen Dauer-, Sonder- und Wechselausstellungen
Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) hat ein neues Zertifizierungssystem für Museen und Kultur aufgelegt. Es unterstützt Museen, Gestaltende und kuratierende Akteure dabei, Nachhaltigkeit frühzeitig und ganzheitlich zu berücksichtigen – von der Konzeption über den Aufbau und die Nutzung bis zum Rückbau.
Die Kriterien des Systems fördern zirkuläres Denken, reduzieren die Umweltwirkungen und verbessern zugleich die Aufenthaltsqualität, die Zugänglichkeit und die gestalterische Qualität. So trägt die Anwendung des Systems dazu bei, Ausstellungen zukunftsfähig, verantwortungsvoll und im Einklang mit ihrer kulturellen Aufgabe umzusetzen.
Bei der Zertifizierung wird unterschieden, ob es sich um eine langfristig angelegte Dauerausstellung handelt oder um eine Wechsel- beziehungsweise Sonderausstellung, die entweder zeitlich begrenzt ist oder einen kleinen Umfang hat. Für Letztere sind die Dokumentationsanforderungen reduziert. In allen Fällen hilft das DGNB-System den Beteiligten, wichtige Parameter der Nachhaltigkeit frühzeitig in der Planung mitzudenken.
Die inhaltliche Grundlage der neuen DGNB-Systemvariante für nachhaltige Ausstellungen bilden sieben Kriterien. Über alle Kriterien hinweg müssen Projekte einen Mindesterfüllungsgrad erreichen, um eine Auszeichnung zu erhalten. Dabei unterscheidet sich die Bewertungslogik von der Gebäudezertifizierung, bei der es eine Abstufung der Auszeichnungen in Platin, Gold und Silber gibt.
Das Kriterium „Klimaschutz und Energie“ ist eines der am höchsten gewichteten Kriterien der Zertifizierung. Dieses hat eine konsequent lebenszyklusorientierte Planung und Umsetzung von Ausstellungen zum Ziel. Dabei sollen der Ausstoß von klimawirksamen Treibhausgasen, der Verbrauch von Energie und materiellen Ressourcen sowie weitere negative Auswirkungen auf die Umwelt über alle Lebensphasen einer Ausstellung hinweg auf ein Minimum reduziert werden.
Kriterium "Nachhaltige Materialien und Wasser"
Mit „Nachhaltige Materialien und Wasser“ ist noch ein weiteres ökologisches Kriterium bei der Zertifizierung gefordert. Durch die Verwendung schadstoffarmer Produkte aus transparenten und nachvollziehbaren Herstellungsprozessen soll die Innenraumqualität verbessert und die Umweltbelastung reduziert werden. Für einen ressourcenschonenden und kreislaufbewussten Umgang mit Wasser werden Maßnahmen zur Verbrauchsreduktion im Innenbereich ebenso positiv bewertet wie eine wassersensible Gestaltung der Außenflächen, sofern diese zum Projekt gehören.
Aus ökonomischer Sicht ist bei der Zertifizierung die Betrachtung der Lebenszykluskosten verpflichtend. Diese ermöglicht es, die wirtschaftlichen Auswirkungen von Entscheidungen bei Planung, Nutzung und Instandhaltung von Ausstellungen und im Museumsbetrieb frühzeitig zu erkennen und transparent zu bewerten.
Kriterium „Suffizienz, Kreislaufwirtschaft und Klimaresilienz“
Das Kriterium „Suffizienz, Kreislaufwirtschaft und Klimaresilienz“ baut auf dem Verständnis auf, dass es für eine ressourcenschonende Gestaltung von Ausstellungen erforderlich ist, den tatsächlichen Nachhaltigkeit in Museen und Kultur: DGNB mit neuem Zertifizierungssystem für Ausstellungen Bedarf präzise zu ermitteln und bestehende Strukturen möglichst weiter zu nutzen. Außerdem sollen neue Elemente so gewählt werden, dass sie langlebig, anpassungsfähig und kreislauffähig sind. Das Kriterium fördert zusätzlich einen bewussten Umgang mit klimabezogenen Risiken.
Auch soziokulturelle und funktionale Kriterien
Eines der drei soziokulturellen und funktionalen Kriterien der Zertifizierung ist „Klima und Gesundheit im Innenraum“. Ziel dieses Kriteriums ist es, ein gesundes und komfortables Innenraumumfeld zu schaffen, das den spezifischen Anforderungen von Ausstellungen gerecht wird. Dabei stehen thermischer Komfort, gute Luftqualität, geeignete Raumakustik und eine sorgfältig geplante Beleuchtung im Mittelpunkt.
Eine weitere Anforderung der Zertifizierung bezieht sich auf das Verständnis, dass Ausstellungen so gestaltet und organisiert werden sollen, dass sie von allen Menschen selbstständig und sicher genutzt werden können. Barrierefreiheit und inklusive Angebote stehen dabei ebenso im Fokus wie eine nachhaltige Mobilität, die eine klimafreundliche und angenehme Erreichbarkeit unterstützt.
Hinzu kommt das Kriterium „Soziale Angebote und Gestaltung“. Mit diesem will die DGNB Angebote fördern, die den Austausch mit der Öffentlichkeit stärken, Kooperationen ermöglichen und soziale Aktivitäten unterstützen.
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