von Redaktion
Deutscher Mittelstand laut Umfrage mit großen Zukunftssorgen
Vertrauen in die Widerstandskraft des eigenen Unternehmens schwindet spürbar
Die Führungskräfte im deutschen Mittelstand sorgen sich um eine mögliche weitere Schwächung der deutschen Baubranche: Laut einer aktuelle Umfrage sieht fast die Hälfte der Führungskräfte und Beschäftigten in allen Branchen darin eine Gefahr für das eigene Unternehmen. Die Studie „Fokus Mittelstand: R+V Resilienz-Report 2026“, auf der die Ergebnisse beruhen, ist nach 2024 zum zweiten Mal durchgeführte worden.
Der Studie zufolge halten die Firmenlenker und Führungskräfte eine mögliche weitere Schwächung der deutschen Bauwirtschaft für bedenklich – auch wenn ihr Unternehmen aus einer anderen Branche kommt. Mit 45 Prozent sieht fast die Hälfte in diesem Zukunftsszenario eine Gefahr für den eigenen Betrieb. In Industriebetrieben sind mit 52 Prozent die Sorgen besonders hoch. Bei Handelsunternehmen lag der Wert bei 44 Prozent und im Dienstleistungssektor bei 38 Prozent. Die Beschäftigten teilen die Bedenken, wenn auch mit 38 Prozent in etwas geringerem Maße. Am größten sind die Sorgen um die deutsche Bauwirtschaft bei den unter 45-jährigen. Bei ihnen lag der Wert bei 50 Prozent.
"Den politischen Entscheidungsträgern in Bund, Ländern und Kommunen sollte bewusst sein, dass der deutsche Mittelstand auf eine leistungsfähige Bauwirtschaft angewiesen ist“, sagt Jens Hasselbächer, Vorstand des Ressorts Kunden & Vertrieb der R+V Versicherung. „Unserer Studie zufolge sehen viele Führungskräfte und Beschäftigte darin eine wichtige Voraussetzung für die Resilienz des eigenen Unternehmens.“
Mitarbeiterbindung wichtig für die Resilienz des eigenen Unternehmens
Über alle Branchen hinweg gilt: 87 Prozent der Führungskräfte hält die Bindung von Mitarbeitenden für einen der wichtigsten Schlüssel zu mehr Resilienz. Damit rangiert das Thema vor unternehmerischen Kernaufgaben wie der Entwicklung neuer Dienstleistungen und Produkte oder der Anpassung an einen verstärkten Preiswettbewerb (85 Prozent beziehungsweise 82 Prozent).
Bei der Frage, welche Maßnahmen die Führungskräfte bei der Mitarbeiterbindung im Blick haben, sagten 78 Prozent, dass es höhere Arbeitgeberzuschüsse zur Absicherung im Alter seien. Beim Ausbau der betrieblichen Gesundheitsvorsorge und einem flexiblen Lebensarbeitszeitkonto bejahten jeweils 74 Prozent. Auch eine Stärkung der betrieblichen Invaliditätsvorsorge wird mit 61 Prozent häufig genannt.
Wie wirksam dies zur Mitarbeiterbindung beitragen kann, zeigt die Befragung der Beschäftigten. Diese schätzen die Bedeutung solcher Maßnahmen durchweg noch deutlich höher ein als die Führungskräfte. Bei der Altersabsicherung durch Direktversicherungen oder Betriebsrenten etwa wünschen sich 89 Prozent der Beschäftigten eine höhere Arbeitgeberbeteiligung.
Digitalisierung und IT-Sicherheit weitere zentrale Handlungsfelder
Das Themenfeld Digitalisierung und IT-Sicherheit ist ebenfalls weit oben auf der Agenda. Als besonders bedrohlich empfinden viele Führungskräfte die zunehmende Wirtschafts- und Cyberkriminalität. Darin sieht eine große Mehrheit von 82 Prozent ein wichtiges Handlungsfeld für die künftige Resilienz ihres Unternehmens.
Die größten Haftungsrisiken sehen die Führungskräfte für sich und ihre Firmen bei der Verletzung von IT-Sicherheitsvorschriften und Standards bei der Cybersicherheit: 74 Prozent der Befragten habe sich dazu bekannt. Fast jede dritte der befragten Führungskräfte, nämlich 31 Prozent, hält dieses Haftungsrisiko sogar für „sehr wichtig“. Sorgenvoll blicken 72 Prozent der Umfrageteilnehmer auch auf Risiken beim Datenschutz. Das gilt auch bei 68 Prozent der Befragten für Homeoffice-Regelungen und anderen arbeitsrechtlichen Fragen sowie für 64 Prozent bei KI-Themen.
Während der Studie „Fokus Mittelstand: R+V Resilienz-Report 2026“ sind zur Jahreswende 2025/26 parallel mehr als 220 Führungskräfte in Firmen mit mehr als zehn Mitarbeitern befragt worden. Hinzu kamen 1.000 Beschäftigte al Umfrageteilnehmer. Dieses bifokale Studiendesign liefert laut der R+V ein aussagekräftiges Gesamtbild über die Themen und Herausforderungen im deutschen Mittelstand: beispielsweise zum Vertrauen in die Widerstandsfähigkeit des eigenen Unternehmens und zu den wichtigsten Handlungsfeldern und Maßnahmen, um die eigene Resilienz auszubauen.
Grafiken (2): R+V
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