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Dänisches Architekturbüro profitiert von optimierten Workflows

Für den ganzen Projektlebenszyklus: AG5 benutzt AECOsim Building Designer für umfassendes BIM

Kopenhagen – Das kleine Kopenhagener Architekturbüro AG5 hat sich auf schlichtes, nachhaltiges Design spezialisiert. „Darauf liegt unser Hauptaugenmerk“, erklärt Brian Sheldon, einer der Gesellschafter von AG5. „Und mit den technologiegestützten Verfahren können wir während des gesamten Planungsprozesses – vom Entwurf bis zur Konstruktion – ein bestimmtes Konzept durchgängig umsetzen. Zudem können wir den örtlichen Besonderheiten und dem Zweck eines Projekts beim Design auf einzigartige Weise gerecht werden.“ Die drei Gesellschafter und fünf Vollzeitmitarbeiter arbeiten mit den unterschiedlichsten Kunden zusammen, darunter sowohl private als auch institutionelle oder behördliche Auftraggeber aus Dänemark und anderen Ländern.

Für AG5 dient Designsoftware insbesondere einem Zweck: Räume gestalten, die inspirierend wirken, die Sinne anregen und Kunden begeistern. „Wir setzen BIM auf hohem fachlichen Niveau ein, um die Qualität und Genauigkeit unserer Arbeit zu gewährleisten“, so Sheldon. „Und dazu nutzen wir AECOsim Building Designer von Bentley.“

Mit AECOsim Building Designer verfügt AG5 über eine umfassende BIM-Lösung. Diese vereint multidisziplinäre BIM-Anwendungen in einem einzigen Produkt und sorgt so für integrierte Workflows und hohe Produktivität. Dezentrale Teams können effizient zusammenarbeiten, sodass selbst größere und detailreichere Projekte den Unternehmen keine nennenswerten Schwierigkeiten mehr bereiten.

Einsatz föderierter Datenmodelle
Eine der wichtigsten Funktionen von AECOsim Building Designer ist für AG5 das föderierte Datenmodell. Sheldon erläutert dazu: „Mit Bentley können wir für ein bestimmtes Projekt ein übergeordnetes Datenmodell festlegen und dieses in Teilmodelle gliedern, auf die sich unsere Teams spezialisieren – etwa nach Stockwerk, Innenausstattung, Außenfassade, Stahlskelett und so weiter.“ Die Fachleute können sich eigenständig um diese Teilmodelle kümmern und sie unabhängig vom Umfang oder der Komplexität eines Projekts in ein Hauptmodell einbinden.

So lassen sich alle Aspekte eines Entwurfsprojekts von AG5 in einem zentralen, föderierten Modell unterbringen – einschließlich der Arbeiten, die von externen Anbietern mit heterogenen Planungswerkzeugen ausgeführt werden.

„An der Software von Bentley gefällt uns unter anderem die Interoperabilität“, merkt Sheldon an. „Dazu ein Beispiel: Zu Beginn eines Projekts in Jakarta – das 22-geschossige Bürogebäude „Gran Rubina“ – haben wir mit einem indonesischen Partner zusammengearbeitet, der etwas über dänische Nachhaltigkeitskonzepte und den Einsatz von BIM erfahren wollte. Ehe wir überhaupt mit der Erstellung der 3-D-Modelle anfangen konnten, fanden umfangreiche Vorbereitungstätigkeiten statt: jede Menge Analog- und 2-D-Skizzen zu Gebäudekernen, Aufzügen und Treppen und sogar skizzierte 3-D-Dateien.“ Der Partner betrieb außerdem ein großes Büro mit fast 50 Vollzeit-Produktionsmitarbeitern, die sich CAD-Zeichnungen widmeten.

Den Architekten von AG5 war klar, dass sie den Einsatz der Bentley-Software gleich zu Beginn von ihren Partnern nicht erwarten konnten. Zudem wollten sie vermeiden, dass ihre Arbeit vergebens ist. Also band AG5 die externen Dateien in das föderierte 3-D-Modell in AECOsim Building Designer ein. Durch diese Art der Referenzierung konnten die Kopenhagener die einzelnen Arbeiten in einem zentralen und umfassenden Modell bündeln. So ließen sich wichtige Aufgaben wie Kollisionserkennung und Berichterstellung durchführen.

„Mit der Bentley-Software können wir diese Dateien in unsere 3-D-Dateien einbinden“, erklärt Brian Sheldon. „Sie werden nicht direkt genutzt, aber ein Mitarbeiter kann weiterhin in einer 2-D-Umgebung agieren, und wir können in unserer 3-D-Umgebung auf seine Arbeit verweisen. Damit ist bei uns alles auf dem neuesten Stand, bis wir hingehen und die Arbeiten in eine reine 3-D-Umgebung übernehmen.“

Erstellung von 2-D-Ansichten und -Zeichnungen aus 3-D-Modellen
Da alle Informationen zu dem „Gran Rubina“-Projekt synchronisiert und in einem einzelnen, föderierten Datenmodell abgebildet werden, konnten sie von AG5 als Grundlage für Berichte, dynamische Ansichten, Datenblätter und mehr genutzt werden. „Aus einem 3-D-Modell können wir dynamische Ansichten – 2-D-Ansichten des 3-D-Modells – ziehen und beim Entwurf weiter ins Detail gehen“, erklärt Sheldon. „Oder wir übertragen sie in ein 2-D-Format, damit sie von Kollegen, die mit anderen Werkzeugen arbeiten, präzisiert werden können. Wir können Entwürfe problemlos in eine 2-D-Umgebung übernehmen, wenn sich dies wegen des Workflows oder aus Kostengründen anbietet.“

Nicht minder wichtig: AG5 hat die Arbeit derjenigen im Blick, die sich um die Details kümmern. „Das Referenzieren verläuft absolut dynamisch“, merkt Sheldon an.

„Es ist eine Art Live-System zur Pflege von Querverweisen. Das ist so wichtig, weil die Detailarbeit sehr umfangreich ist. Hier gehen wir zu Datenblättern und Maßzeichnungen über. Darin nehmen wir in erster Linie Dimensionierungen und sonstige Anmerkungen vor, ehe wir dann natürlich die Dokumentation herausgeben. Durch Querverweise stellen wir außerdem sicher, dass bei Änderung der in das 3-D-Modell eingebundenen Dateien das 3-D-Modell selbst automatisch aktualisiert wird. Das ganze System ist bis ins letzte Detail ‚live‘. Nimmt jemand also eine einzige Aktualisierung vor, wird diese überall im föderierten Datenmodell wirksam“, erläutert Sheldon.

Ebenso wichtig ist, dass AG5 alle drei Dateien – das 3-D-Modell, die entsprechende 2-D-Ansicht und das Blatt – ohne Weiteres nutzen kann. „Die Dateien sind alle verlinkt, sodass wir beliebig hin und her navigieren können. Und weil AECOsim Building Designer die Dateiverknüpfungen kennt, können wir beispielsweise die Anmerkungen zu einem Entwurf in das 3-D-Modell übertragen.“

Schnellere Zusammenarbeit durch Interoperabilität
AG5 nutzt regelmäßig die Interoperabilitätsmöglichkeiten des AECOsim Building Designer, um intern wie extern besser und schneller zu kooperieren. So haben etwa die Planer von AG5, als sie gemeinsam mit einem Stahlhersteller am Strukturmodell für ein kleines Schulgebäude arbeiteten, zunächst Stahlmodelle entwickelt und sich dabei auf Anregungen der Ingenieure gestützt. Anschließend übernahm der Stahlproduzent die Erstellung der Stahlmodelle.

„Sie haben unser Modell als Grundlage genommen. Wir haben unsere Datei einfach nach IFC exportiert, und sie haben daran gearbeitet“, so Sheldon. „Als es zurückkam, konnten wir ihr IFC-Modell direkt in unser föderiertes Datenmodell hineinziehen und daraufhin eine Sichtprüfung und Tests zur Kollisionserkennung durchführen. Das Modell des Stahlherstellers bildete schließlich die Basis für die Schnitte und Zeichnungen von AG5.“

Bei einem anderen Projekt nahm AG5 an einer Ausschreibung für ein stählernes Wohnhochhaus in New York teil. Da man bereits mit der Ingenieurfirma Ramboll in London zusammengearbeitet hatte, entschlossen sich die beiden Unternehmen zu einer gemeinsamen Bewerbung. Jedoch arbeiteten die Ramboll-Designer üblicherweise mit der Parametriersoftware eines Drittanbieters.

„Statt sie dazu zu bewegen, die gleichen Werkzeuge zu benutzen wie wir, haben wir einen Workflow zur Entwurfsmodellierung mit der Parametriersoftware eingerichtet und die Datei in die Bentley-Software exportiert“, berichtet Sheldon. „Da die BIM-Elemente mithilfe eines Plug-ins exportiert wurden, wurden sie als BIM-Elemente in der Bentley-Software erkannt. Das war echt klasse. Daraus entstand ein guter Workflow in beide Richtungen.“

Berichte, Kalkulationen und Simulationen auf Basis von BIM-Informationen
Auch zur Erstellung aussagekräftiger Projektberichte setzt das dänische Architekturbüro die BIM-Lösung ein. So ging in einem Fall die Anfrage eines Bauleiters bei AG5 ein. Dieser wollte grundlegende Informationen kategorisieren lassen – Informationen, die im 3-D-Modell des Projekts enthalten waren.

„Der Kunde wollte den Bericht im Excel-Format haben, weil er damit am liebsten gearbeitet hat“, bemerkte Sheldon. „Ich weiß: Viele halten Excel nicht unbedingt für BIM oder einen Teil des BIM-Prozesses, aber unser Kunde wollte das nun mal so und wir konnten ihm den Wunsch erfüllen. Denn in BIM-Modellen hat man schlicht riesige Datenmengen.“ Im konkreten Fall benötigte der Kunde Raum- und Flächendaten. Diese wurden von AG5 einfach aus dem 3-D-Modell gefiltert und in eine Excel-Tabelle eingefügt, die einer Vorlage des Kunden nachempfunden war.
Darüber hinaus kann AG5 mithilfe von BIM Energieberechnungen und Projektsimulationen realisieren. „Einmal haben wir ein ganzes Jahr lang die Sonnenexposition eines Gebäudes untersucht“, berichtet Sheldon. „Indem wir die Anzahl der Stunden ermittelten, in der die Gebäudefassade täglich der Sonneneinstrahlung ausgesetzt war, erhielten wir Hinweise darauf, wie das Gebäude vor Sonneneinwirkung geschützt werden kann.“

„Wir setzen AECOsim Building Designer auch dann ein, wenn es eigentlich nicht erforderlich ist. Das liegt daran, dass die Geometrie gelegentlich komplex sein kann und durch AECOsim Building Designer für uns verständlicher wird. Neben den Energieberechnungen und -simulationen wissen wir auch die Visualisierungs- und Berichtseigenschaften des 3-D-Modells zu schätzen“, meint Sheldon. „Zum einen nutzen wir AECOsim Building Designer, weil es Voraussetzung ist, zum anderen, weil wir damit am besten arbeiten können.“

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Erschienen in Ausgabe: September 2015 | Seite 36

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