von Christian Schönberg
Dachdeckerverband und BG BAU verringern Risiko von Dachdurchstürzen
Initiative "Sicher auf dem Dach" stärkt das Risikobewusstsein bei Arbeiten in der Höhe
Es ist am 26. August wieder passiert. In Oranienburg bei Berlin geriet aus noch ungeklärten Gründen ein Bauarbeiter in den Zwischenraum zwischen Gerüst und Hauswand. Er stürzte ungebremst vier Stockwerke tief. Passanten fanden ihn noch lebend vor. Aber der herbeigerufene Notdienst konnte sein Leben nicht mehr retten. zu schwer waren die Verletzungen.
Abstürze führen in den meisten Fällen zu schweren, lebensbedrohlichen Verletzungen. Die Berufsgenossenschaft BG BAU setzt sich daher vor allem gegen die Gefahr solcher Unfälle ein. So hat sie in diesem Jahr eine neue Förderung bekannt gegeben. Die neue Arbeitsschutzprämie ist ein Ergebnis der Initiative „Sicher auf dem Dach“ mit dem Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH).
„Rund zwei Drittel aller tödlichen Arbeitsunfälle im Zuständigkeitsbereich der BG BAU sind Absturz- oder Durchsturzunfälle" stellt BG-BAU-Hauptgeschäftsführer Michael Kirsch klar. Das gelte auch für Durchstürze durch Lichtkuppeln oder Lichtbänder. "Häufig wird das Risiko unterschätzt: Umso wichtiger ist es, diese Gefahrenstellen zu sichern, zum Beispiel mit temporären Schutzsystemen“, so Kirsch.
Da derartige Unfälle besonders häufig bei Dacharbeiten auftreten, engagiert sich der ZVDH gemeinsam mit der BG BAU für mehr Sicherheit. „Sichere Arbeitsbedingungen beginnen mit der richtigen Ausstattung auf der Baustelle" sagt Ulrich Marx, Hauptgeschäftsführer des ZVDH. Temporäre Schutzsysteme machen dagegen Arbeiten auf Dächern sicherer, sind flexibel, pragmatisch einsetzbar und verhindern schwere Unfälle. "Die neue Arbeitsschutzprämie der BG BAU unterstützt Unternehmen finanziell und stärkt zugleich den Arbeitsschutz“, so Marx.
Finanzielle Zuschüsse der BG BAU
Mit der neuen Arbeitsschutzprämie erweitert die BG BAU ihre bestehenden Förderangebote zur Absturzprävention. Gefördert werden unter anderem temporäre Absturzsicherungen für Schalungsarbeiten sowie Schutzsysteme für Arbeiten an nicht durchtrittsicheren Dachflächen und lichtdurchlässigen Bauteilen. Die Systeme helfen dabei, Arbeitsbereiche wirksam abzusichern und Beschäftigte bei Dacharbeiten besser zu schützen.
Die Förderung kann beitragsabhängig oder beitragsunabhängig erfolgen. Im Rahmen der beitragsabhängigen Förderung erstattet die BG BAU auf Antrag 50 Prozent der Anschaffungskosten, maximal 3.000 Euro. Bei der beitragsunabhängigen Förderung können Unternehmen einen Zuschuss von bis zu 10.000 Euro erhalten.
Ziel der Initiative „Sicher auf dem Dach“ ist es, das Risikobewusstsein sowohl bei Unternehmen als auch bei den Beschäftigten im Dachdeckerhandwerk zu stärken, Unternehmen bei der Umsetzung geeigneter Schutzmaßnahmen zu unterstützen und so das Sicherheitsniveau auf Baustellen nachhaltig zu verbessern.
Weitere Informationen zur Initiative „Sicher auf dem Dach“ sowie zur neuen Arbeitsschutzprämie gibt es unter: www.bgbau.de/sicher-auf-dem-dach und www.bgbau.de/durchsturzsicherung-absturzsystem.
von Christian Schönberg