von Christian Schönberg
Bund investiert 52,2 Mio. Euro in Bauforschungszentrum
Vereinsgründung geht dem Aufbau des BFZ voraus - Sitz in Bautzen
Vertreter des Bundesbauministeriums sowie der drei Bundesländer Thüringen, Sachsen und Baden-Württemberg haben am 24. November ein Eckpunktepapier zum Bau des Bundesforschungszentrums (BFZ) unterzeichnet. Es soll in Weimar entstehen. Betreiber ist ein Verein, der seinen Sitz im sächsischen Bautzen hat. Investiert werden von 2026 an insgesamt 52,5 Millionen Euro. Die Eröffnung ist für 2028 geplant.
Zusammenarbeit von Bauhaus-Universität, IAB und Materialprüfanstalt erklimmt höhere Stufe
Die dauerhafte Finanzierung des BFZ soll über eine noch abzuschließende Bund-Länder-Vereinbarung geregelt werden. Weimar als Standort wurde wegen seiner langen Bauforschungstradition ausgewählt. Das "Bauhaus"-Bewegung hatte dort ihre Wiege, was sich immer noch mit der Bauhaus-Universität und dem Institut für angewandte Bauforschung (IAB) niederschlägt. Wichtiger Anker der Bauforschung ist zudem die dort ansässige Materialforschungs- und -prüfanstalt (MFPA). Alle drei Institutionen arbeiten als Weimarer Allianz "Innovationszentrum Bau - Die Zukunft des Bauens" seit 2020 bereits enger zusammen. Das BFZ wird auf diesen Strukturen aufbauen, heißt es bei der Bauhaus-Universität.
Forschungsergebnisse fließen schneller in die Praxis ein
Das Forschungszentrum zielt darauf, Grundlagenforschung und anwendungsnahe Forschung im Bauwesen strukturiert zusammenführen. Ergebnisse sollen in kürzerer Zeit in die Praxis überführt werden, heißt es weiter.
Das BFZ soll wichtigen Forschungslücken für eine zukunftsfähige Bauindustrie identifizieren und schließen. Dazu sollen zentrale Forschungsfelder abgeleitet und Forschungseinrichtungen, Industrie, Handwerk und Verwaltung vernetzt werden. Reallabore und Pilotprojekte bilden dabei die Grundlage dafür, dass die im BFZ erzielten Ergebnisse breit in der Praxis Wirkung entfalten, heißt es weiter. Zugleich übernimmt das BFZ administrative und kommunikative Aufgaben für einen funktionierenden Transfer von Innovationen.
Prof. Peer Benz: "Weimarer Allianz wird weiter gestärkt"
Laut dem Präsidenten der Bauhaus-Universität, Prof. Peter Benz, gibt es solch eine Verzahnung von jahrzehntelanger Erfahrung in Hochschul- sowie angewandter Materialforschung wie in Weimar kein zweites Mal in Deutschland: "Unsere Weimarer Allianz wird mit dem Bundesbauforschungszentrum weiter gestärkt", sagte er. Das sei ein großartiges Signal.
Jetzt gehe es darum, ein starkes Fundament für die Zukunft der Bauwirtschaft zu schaffen, ergänzte bei der Eckpunkte-Unterzeichnung der IAB-Direktor Robert Fetter: Die Konzentration an fachlicher Expertise und etablierter industrienahe Forschung sprechen für den Standort, so Fetter.
MFPA-Chef Prof. Carsten Könke: "Zeichen für dringend benötigten Wandel der Bauwirtschaft"
Für MFPA-Direktor Prof. Carsten Könke ist die Gründung eines bundesweiten Bauforschungszentrums ein wirkungsvolles Zeichen für den dringend benötigten Wandel in der Bauwirtschaft: "Dafür wollen wir uns engagieren", sagte Könke. Gemeinsam mit den Partnern in der Industrie werde man damit die Erkenntnisse aus den Forschungslaboren schneller in die praktische Anwendung bringen.
Fotos (2): Thomas Müller/IAB
von Christian Schönberg