von Jasch Zacharias

Bund investiert Milliarden in Wasserstraßen

Masterplan Binnenschifffahrt fördert Modernisierung von Verkehrswegen, Häfen und Flotten

DBU/Berlin – Der Masterplan Binnenschifffahrt, den Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) im Mai vorgestellt hat, verspricht Milliardeninvestitionen in den Ausbau von Wasserstraßen, in die digitale Vernetzung der Häfen und neue Flotten. Ziel ist es, mehr Güter klimafreundlich und effizient auf dem Wasser zu transportieren. Die Bauindustrie hat an der Erarbeitung des Plans mitgewirkt und ist gut auf die Umsetzung der Aufträge vorbereitet.

Der Masterplan Binnenschiff-fahrt sieht im Rahmen des Bundesverkehrswegeplans 2030 nicht nur die Modernisierung von Wasserstraßen vor. Auch sollen Häfen vernetzt, Schleusen und Schiffe digitalisiert und Umschlagplätze automatisiert werden. Insgesamt rund 450 Stellen sollen für die Planung neu geschaffen werden, um den jahrzehntelangen Investitionsstau bei der Binnenschifffahrt aufzulösen. Ziel des Masterplans ist, die Verkehrsleistung der Binnenschifffahrt möglichst klimafreundlich um zwölf Prozent zu erhöhen. „Wir wollen künftig so viele Güter wie möglich über die Wasserstraßen transportieren. Motorgüterschiffe können mit einer Tragfähigkeit von 3.000 Tonnen bis zu 150 Lkw ersetzen. Nur wenn wir die Binnenschifffahrt auf diese Weise modernisieren, können wir erreichen, dass in Deutschland weniger Stickoxide, weniger CO2und weniger Feinstaub ausgestoßen werden“, sagt Bundesverkehrsminister Scheuer.

Doch nicht nur die Umwelt ist Nutznießer des Vorhabens. Auch die Bauindustrie begrüßt es und trägt mit Fachwissen und Knowhow zum Gelingen bei. „Es ist ein Erfolg aller Beteiligten, dass dieser Plan so zügig und effektiv aufgestellt werden konnte“, so Thomas Groß, Vorsitzender der Bundesfachabteilung Wasserbau im Bauindustrieverband (BFA). Der Verband hat mit seinen Mitgliedsunternehmen aus dem Wasserbaubereich an der Erarbeitung des Masterplans mitgewirkt. „Die beschleunigte Herstellung einer leistungsfähigen Wasserstraßeninfrastruktur ist ein Kernpunkt unserer Forderungen“, so Groß. Einer von der Bauindustrie geforderten Maßnahmen ist die Beseitigung des Planungs- und Ausschreibungsstaus bei der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung. „Es müssen bei den zuständigen Dienststellen die personellen Maßnahmen getroffen werden, damit die Projekte überhaupt in Gang kommen. Hier ist noch sehr viel zu tun“, sagt Thomas Groß.

In der Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und ausführenden Baufirmen soll sich einiges zum Bessseren ändern, um die Abläufe zum Wohl der Wasser- und Schifffahrtsprojekte effektiver zu gestalten. „Neben der angestrebten Vertiefung der Digitalisierung sind vor allem die partnerschaftliche Projektzusammenarbeit sowie die Vergabe von Planung und Bau in eine Hand wichtige Anliegen der Bauindustrie“, so Groß. Auch die weiteren Kernfelder des Masterplans zur Stärkung des Transportsystems Wasserstraße seien Schritte in die richtige Richtung. Die Bauindustrie sehe sich hierfür bestens aufgestellt und werde einen angemessenen Beitrag dazu leisten, kündigte der BFA-Vorsitzende an.

von Jasch Zacharias

Erschienen in Ausgabe: Seite 9| Juli 2019

Zurück