von Redaktion
Brennen von Ziegeln mit Wärmepumpe erfolgreich erprobt
Abwärme dient dem Trocknen der gebrannten Bausteine - Erdgas dafür nicht mehr nötig
Mit dem Forschungsprojekt „GreenBricks“ will der Hersteller Wienerberger die Ziegelherstellung klimaschonender machen. Dazu bedient er sich der wissenschaftlichen Unterstützung des Österreichischen Instituts für Technologie (AIT). Ziel ist es, industrielle Abwärme quasi wiederzuverwenden, indem Wärmepumpen in den Produktionsprozess eingebunden werden.
Dazu muss ein Ziegelbrennofen elektrifiziert werden. Das ist laut Wienerberger mit AIT-Experten am Werk in Uttendorf bereits gelungen – erstmals weltweit, wie das Unternehmen in einer Mitteilung von Ende April betont.
30 Prozent der Primärenergie eingespart
Weltpremiere war auch die erfolgreiche Integration einer Wärmepumpe in den Brennprozess. Mit ihr gelingt es, Abwärme so zu nutzen, dass sie für die Trocknung von Ziegeln zur Verfügung steht. Bislang wurde auch dafür – wie auch für die Brennprozesse – Erdgas verfeuert. Insgesamt soll es damit und anderen Verfahrensschritten gelingen, 30 Prozent der Primärenergie einzusparen und den Ausstoß von Klima beeinflussendem Kohlendioxid (CO₂) um bis zu 88 Prozent zu verringern.
Die in dem neuen Ziegelwerk eingesetzte Technologie gilt als gut transferierbar. „In anderen Industriesektoren bestehen vergleichbare Anforderungen“, heißt es in einem Beitrag des AIT im Blog des Simulations-Spezialisten Cadfem: „Daher können die Technologie der elektrischen Heizelemente sowie die Abwärmenutzung durch eine Wärmepumpe mit gewissen Anpassungen auch dort eingesetzt werden“, so das AIT weiter.
Neuwertige Ejektor-Technologie
Der Anbieter Cadfem spielte eine große Rolle bei der Simulation der neu eingeführten Prozesse. Sie war unumgänglich, da Industrieprozesse anders als Haushalte andere Ansprüche an eine Wärmepumpennutzung stellen. Die Hochtemperatur-Wärmepumpen für die Ziegelherstellung sind mit neuwertiger Ejektor-Technologie ausgestattet, die es genau zu analysieren galt. Sowohl bei der Auslegung des Kältekreises der Wärmepumpe als auch für die Optimierung des verwendeten Ejektors sind Simulationen für das AIT essenziell.
Lohn für die Mühen war die Vergabe des „Net-Zero Industries Award“ in der Kategorie „Herausragendes Projekt“ am 10. April in der Wiener Hofburg.
Foto: Cadfem
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