von Redaktion
Boote aus Beton liefern sich packende Wettkämpfe in Brandenburg/Havel
Informationszentrum Beton organisiert seit 1986 Betonkanu-Regatta im Namen der deutschen Zement- und Betonindustrie
Betonkonstruktionen können schwimmen. Und das auf sportlich hohem Niveau. Um das zu beweisen, organisiert das InformationsZentrum Beton (IZB) im Namen der deutschen Zement- und Betonindustrie seit 1986 Wettkampffahrten, an denen nur Betonkanus teilnehmen.
"Moby Dünn" erhielt zwei Preise
Gleichzeitig werden auch besondere Konstruktionen aus dem grauen Baustoff ausgezeichnet. Dabei hatte jüngst die Technische Universität Dresden die Nase vorn. Ihr Wasserfahrzeug aus Beton hieß in Anlehnung an Herman Melvilles berühmten Wal "Moby Dünn". "Dünn" vor allem deswegen, weil es dem Hochschul-Team gelang, ein Boot dermaßen schlank zu konstruieren, dass es nur 9,9 Kilogramm wog. Dafür gab es von der Fachjury zwei Preise - den für die beste Konstruktion und den für das leichteste Kanu.
Insgesamt konnte das IZB so viele Teilnehmer auf der Brandenburger Regattastrecke begrüßen wie noch nie: Mehr als 170 Mannschaften aus 50 Institutionen und 13 Boote der Offenen Klasse traten an, um zu beweisen was der Bootsbau aus Beton alles kann. Mehr als 1.000 Studenten aus dem In- und Ausland sowie zahlreiche Besucher aus der Region fieberten am 19. und 20. Juni am Beetzsee in Brandenburg mit den Kanuten mit.
Universität Twente dominierte die Wettkämpfe
Im sportlichen Wettkampf setzte sich klar die Universität Twente durch, die gleich zwei der drei sportlichen Wettbewerbe für sich entscheiden konnten. So standen sie beim Rennen der Damen auf dem Podium ganz oben. Die Ränge zwei und drei erkämpften sich die Teams der Hochschule Bochum und der OTH Regensburg.
Bei den Herren gewann das Team der Krakauer Technischen Universität (Bild oben: IZB/Sascha Steinbach), gefolgt von der Fachhochschule Potsdam und der Bauhaus-Universität Weimar. Den Mixed-Wettbewerb entschied das niederländische Team aus Twente wieder für sich. Den zweiten Platz belegte das Team aus Ungarn von der Széchenyi István University. Das Team der Bauhaus-Universität Weimar komplettiert das Podium auf Platz drei.
Boot bildet Zwiebelmarkt von Weimar nach
Dieses Team aus Weimar hat nicht nur im Wettkampf gezeigt, wie gut ihr Betonkanu im Wasser liegt: Auch am Bootslagerplatz stach es heraus. Für das durchdachte und konsequent ausgeführte Konzept in Anlehnung an den Weimarer Zwiebelmarkt erhielt es den Gestaltungspreis. Die Liebe zum Detail zahlte sich hier besonders aus, denn insgesamt 149 Zwiebelringe wurden in Handarbeit auf das Kanu gemalt.
Der Nachhaltigkeitspreis ging in diesem Jahr an die HCU Hamburg. Das Konzept widmete sich ganz dem Thema Bauernhof: Eierschalen wurden als Zuschlag im Beton verwendet, die Armierung bestand aus geflochtenem Stroh, Auftriebskörper und Boje aus Myzel.
Neben den sportlichen Rennen zählte auch die Kreativität der Teams. In der „Offenen Klasse“ präsentierten sie spektakuläre Konstruktionen, die mit außergewöhnlichen Formen, Konzepten oder Themenwelten überraschten. Der Fantasie waren dabei keine Grenzen gesetzt: Das Motto für die Bootsparade lautet „Ist aus Beton und schwimmt“.
Auch 3D-Druck mit Beton kam zum Einsatz beim Wiener Bootsbau
Das Gewinner-Boot stammt hier von der Hochschule Campus Wien mit ihrem "Wiener Riesenrad". Die detailgetreue maßstabsgerechte Nachbildung des Riesenrads im Wiener Prater beeindruckte Publikum und Jury. Besonders lobte letztere die Kombination verschiedener Herstellverfahren, einschließlich 3D-Druck mit Beton.
Allplan und Klaus Köhler Betongehören zu den Unterstützern des diesjährigen Wettbewerbs
Partner der diesjährigen Veranstaltung waren die Stadt Brandenburg und das Regattateam Brandenburg Beetzsee. Unterstützt wurde die Veranstaltung von Reckli, BB Radio, Allplan, Klaus Köhler Beton, dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI), dem Verband Deutscher Betoningenieure (VDB) sowie dem Verein Deutscher Zementwerke (VDZ).
Im Damen-Wettbewerb setzte sich das Duo aus Twente (Niederlande) durch (Bild: IZB/Sascha Steinbach).
Als besonderer Hingucker erwies sich das "Prater"-Boot aus Wien. (Bild: IZB/Sascha Steinbach)
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