von Redaktion
Betonbauteil-Hersteller in Baden-Württemberg befürchten für 2026 Stagnation
Straßen-, Garten- und Landschaftsbau floriert noch - Forderung nach Senkung der Grunderwerbssteuer
Die Hersteller vorgefertigter Betonbauteile in Baden-Württemberg konnten erstmals nach zwei Jahren wieder Zuwächse verzeichnen. Laut amtlicher Statistik erzielten sie im Jahr 2025 einen Branchenumsatz von rund 1 Milliarde Euro.
Damit ergab sich im Vergleich zum Jahr zuvor einen Zuwachs um zwei Prozent. Für das laufende Jahr rechnet der Fachverband Beton- und Fertigteilwerke Baden-Württemberg (FBF) mit einer Stagnation.
Dr. Ulrich Lotz: "Wirtschaftliche Aussichten weiterhin schwierig"
„Die wirtschaftlichen Aussichten für die Betonfertigteilindustrie sind weiterhin schwierig", sagte FBF-Geschäftsführer Dr. Ulrich Lotz (Bild) bei den Ulmer Betontagen. Die Auftragseingänge und Baugenehmigungen bleiben seinen Worten zufolge "erneut hinter den Erwartungen" zurück.
Der Verband mit Sitz in Ostfildern teilte im Rahmen der Ulmer Betontage mit, dass die positive Entwicklung in der Industrie ist unter anderem den Absatzsteigerungen bei der Herstellung von Produkten für den Straßen-, Garten- und Landschaftsbau sowie von Betonrohren zu verdanken sei. Dies bestätige auch ein Blick auf die einzelnen Produktsparten in der amtlichen Statistik.
Pflasterstein- und Gehwergplattenabsatz legt zu
Bei vorgefertigten Betonerzeugnissen wie Pflastersteinen und Gehwegplatten stieg der Umsatz um fünf, die Menge moderater um zwei Prozent. Die Hersteller von Beton- und Stahlbetonrohren verzeichneten Produktionszuwächse um neun , ihr Umsatz stieg um sieben Prozent. Sie profitierten insbesondere von den Investitionen der öffentlichen Hand für die Infrastruktur.
Auch die Hersteller von konstruktiven Fertigteilen wie zum Beispiel Balken, Stützen, Trägern, die im Wirtschaftsbau eingesetzt werden, leisteten laut der Verbandsmitteilung ihren Beitrag: Ihr Umsatz wuchs um vier , die Produktionsmenge stieg um acht Prozent.
Bei den Herstellern von Betonbauteilen für den Wohnungsbau sieht das Bild anders aus. Der Umsatz von großformatigen Deckentafeln ging im vergangenen Jahr um drei Prozent zurück, die Menge sogar um 13 Prozent. Bei großformatigen Wandtafeln zeichnet sich ein ähnliches Bild: Der Produktionsrückgang lag in diesem Branchenbereich bei rund sieben, die Umsatzeinbußen bei drei Prozent.
Für das laufende Jahr rechnet der Verband mit einer Stagnation – verbunden mit der Hoffnung, dass der dringend benötigte Impuls für den Wohnungsbau den Markt mittelfristig wieder beleben wird. Zentrale Forderungen hierfür seitens des FBF ist die Senkung der Grunderwerbssteuer, die Erhöhung der Wohnraumförderung, insbesondere des sozialen Wohnungsbaus, sowie bessere Abschreibungsmöglichkeiten im Mietwohnbau.
Foto: FBF Betondienst
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