Berufsbekleidung - von

Berufskleidungs-Trends 2015: Mode plus Funktion

Individualisierung geht weiter / Outdoorbekleidung hält verstärkt Einzug

Zirndorf (Bayern) – Lässige Outfits, kernige Auftritte. Dazu Funktionsbekleidung, die auch als Outdoorkleidung für den Freizeitbereich durchgehen könnte. Ist das noch professionelle Berufskleidung oder schon private Streetwear? Die Grenzen scheinen zu verschwimmen – vordergründig. Denn gerade in den letzten Jahren haben in die Berufskleidung für Handwerk und Industrie zwar modische Aspekte verstärkt Einzug gehalten, doch in der harten Praxis geht es vor allem um Standfestigkeit, praxisgerechte Funktionalität, um täglichen Tragekomfort sowie Sicherheit. Und dies auch nach der x-ten Wäsche.

„Unsere Kunden aus Handwerk und Industrie wünschen sich bei ihrer Berufskleidung ganz klar eine arbeitsplatzgerechte Funktio­nalität“, so Volkmar Haack, Verkaufsleiter der Richter Textilservice GmbH, einem der 17 deutschen Vertragswerke der DBL – Deutsche Berufskleider-Leasing GmbH. „Doch dies“, so seine Erfahrung, „eben bei einer modisch orientierten Optik.“ Kein Gegensatz – denn dank moderner Materialien lassen sich heute qualitativ hochwertige Verarbeitung und attraktive Gestaltung kombinieren. Sogar bis in den Bereich der Schutzkleidung hinein.
Gefragt ist dabei kein überfrachtetes Design. „Unsere Kunden ordern derzeit ein eher reduziertes Design mit ergonomisch geprägten Schnitten. Also Berufskleidung, die zwar körpernah sitzt, durch elastische Stretcheinsätze oder klar definierte Dehnfalten allerdings den Mitarbeiter bei seinen Bewegungen unterstützt.“ Die Auswahl der Materialien sorgt dafür, dass diese Elemente nicht ausleiern, sondern über die gesamte Lebensdauer der Textilien erhalten bleibt – fachgerechte Pflege vorausgesetzt.

Farbstarke Kombis – leichtere Gewebe
Weit oben auf der Beliebtheitsskala der Artikel stehen die Bundhosen. Komplettiert werden diese zumeist durch sportliche Bund- und Pilotjacken oder Wes­ten. Darunter tragen Frau/Mann hautfreundliche Basics wie Polo- und T-Shirts. Diese sind bequem und setzen farbliche Akzente. Dazu Volkmar Haack: „Zweifarbigkeit ist ein starker Trend – hier wählen viele Betriebe dezente Grundtöne mit Kontrastfarbe. Aktuell ist Grau und Rot eine der beliebtesten Varianten. In der Industrie sind zudem Blautöne immer noch ein Klassiker.“
Ganz modern entscheiden die Einkäufer aus Handwerk und Industrie bei den Geweben. Hier sind die „Leichtgewichte“ auf dem Vormarsch. „Waren vor fünf Jahren noch sehr starke Gewebe mit einem Gewicht von mindestens 300 Gramm gefragt, gibt es hier eine Trendwende. Denn dank der Weiterentwicklung der Gewebe, werden heute auch bei den leichteren Varianten hohe Reiß- und Scheuerwerte erzielt“, erklärt Volkmar Haack. „Der Vorteil: in dieser Kleidung lässt es sich spürbar leichter arbeiten.“

Funktionstextilien und PSA
In diesem Zusammenhang hat sich auch die Akzeptanz von synthetischen Textilien geändert. Galt in früheren Jahren ein möglichst hoher Anteil an Baumwolle als Qualitätsmerkmal, tritt diese Meinung nun allmählich in den Hintergrund. Der Grund? „Funktionstextilien werden immer beliebter. Das Beispiel der Softshelljacken oder Micro-Fleece steht für diesen Trend. Oder auch ergänzende Wetterschutzartikel bzw. normgerechte und zertifizierte Kleidung.“ Dabei spüren die Mitarbeiter dann schnell, dass sich die neuen Gewebe besser tragen und pflegen lassen, zudem hohe Verschleißfähigkeit und – je nach Art der Berufskleidung – Schutzfunktionen bieten.
„In den Unternehmen wächst der Bedarf nach PSA-Kollektionen, die dann auch die Berufskleidung CI-gerecht und optisch ansprechend ergänzt“, weiß Alexander Dreisow vom DBL-Vertragswerk Staufer Textilpflege GmbH in München. Der Verkaufsleiter sieht hier einen zunehmenden Beratungsbedarf. „Statt einzelner Kollektionen sind heute komplette Bekleidungskonzepte gewünscht, die alle betrieblichen Bereiche abdecken und ein stimmiges Gesamtbild ergeben. Versorgungskonzepte, mit denen wir allen Mitarbeitern professionelle Berufskleidung geben. Und denen, die normgerechten Schutz benötigen, die passende Ausrüstung stellen.“
Darum spielt die Beratung eine immer entscheidendere Rolle. „Wir ermitteln im Vorfeld gemeinsam mit dem Sicherheitsbeauftragten oder Inhaber, welche Berufskleidung sinnvoll ist und welche Normen tatsächlich erforderlich sind – auch um den Kostenfaktor für die Betriebe zu optimieren. Mit unserem Mietservice stellen wir darüber hinaus sicher, dass die ausgewählte Schutzkleidung auch nach vielen Wäschen den Normen entspricht – was bei der Pflege in Haushaltswaschmaschinen nicht gewährleistet werden kann.“

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