von Redaktion
Berlins Bauwirtschaft: Mehr Aufträge, aber weniger Umsatz
FG Bau sieht noch keine Trendwende für die Branche erreicht
Die aktuellen Zahlen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg zeigen ein ambivalentes Bild für die Berliner Bauwirtschaft. Im Juni 2026 stiegen die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe gegenüber dem Vorjahresmonat zwar um 98,6 Prozent. Gleichzeitig lag der baugewerbliche Umsatz 12,2 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Auch die geleisteten Arbeitsstunden gingen deutlich zurück.
„Die Entwicklung der Auftragseingänge ist grundsätzlich erfreulich. Gleichzeitig zeigt der Blick auf Umsatz und geleistete Arbeitsstunden, dass daraus noch keine Trendwende für die Bauwirtschaft abgeleitet werden kann“, sagt Katarzyna Siwek, Geschäftsführerin der Fachgemeinschaft (FG) Bau Berlin und Brandenburg. „Entscheidend wird sein, wie schnell aus geplanten Projekten tatsächlich realisierte Vorhaben werden.“
Berlins Bauwirtschaft fordert bessere Rahmenbedingungen für Unternehmen
Gerade im Wohnungsbau zeigt sich, dass steigende Auftragswerte allein noch keine Erholung garantieren. Die aktuellen Zahlen verdeutlichen, dass positive Signale bei den Auftragseingängen nicht automatisch unmittelbar zu einer höheren Bauleistung führen. Aus Sicht der Fachgemeinschaft Bau bestätigen die aktuellen Daten damit ein Bild, das sich bereits bei den Baugenehmigungen abgezeichnet hat. Die Nachfrage kann sich verbessern, ohne dass die tatsächliche Bauleistung unmittelbar folgt. Für eine nachhaltige Erholung braucht es deshalb nicht nur neue Aufträge, sondern vor allem verlässliche Rahmenbedingungen und eine zügige Umsetzung.
„Für die Bauwirtschaft kommt es jetzt auf Umsetzbarkeit, Planbarkeit und verlässliche Rahmenbedingungen an“, so Siwek. „Die Entwicklung der Auftragseingänge macht Hoffnung. Entscheidend ist nun, dass Investitionen zügig in konkrete Bauprojekte münden und die vorhandenen Aufträge ihren Weg auf die Baustellen finden. Für die kommende Legislaturperiode bleiben deshalb schnellere Verfahren, klare Zuständigkeiten und eine konsequente Umsetzung bereits beschlossener Maßnahmen zentrale Aufgaben. Dazu gehört auch Planungssicherheit für Investitionen. Wer mehr Wohnungsbau will, muss Rahmenbedingungen schaffen, die langfristige Investitionsentscheidungen ermöglichen. Anhaltende Debatten über Enteignungen leisten hierzu keinen Beitrag.“
Die Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg e.V. vertritt die Interessen der mittelständischen Bauwirtschaft in Berlin und Brandenburg. Sie betreut rund 900 Betriebe und ist damit der größte Bauarbeitgeber- und Bauwirtschaftsverband in der Region. Weitere Informationen unter www.fg-bau.de.
Bild: FG Bau-Geschäftsführerin Katarzyna Siwek (Foto: FG Bau)
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