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Deutschlandweit bekannt für multikulturelles Leben ist Berlin-Kreuzberg. Im Bild: Die Bergmannstraße.   (Foto: Helga Ewert / pixelio.de)
Deutschlandweit bekannt für multikulturelles Leben ist Berlin-Kreuzberg. Im Bild: Die Bergmannstraße. (Foto: Helga Ewert / pixelio.de)

„Berlin braucht Wohnungen, die den Multikulti-Charakter der Stadt ausmachen“

Marcus Becker, Präsident der regionalen Bauindustrie, zum Wohnungsbau in der Bundeshauptstadt

Potsdam – Nach Erhebungen der Baukostensenkungskommission sind die Baukosten vom Jahr 2000 bis zum Jahr 2015 deutlich gestiegen. Der Rohbau verteuerte sich um 30 Prozent, die Inflationsrate lag über den gesamten Zeitraum bei 25 Prozent. „Die Kosten für den reinen Rohbau liegen somit nur etwas über der Inflationsrate“, so Marcus Becker, Präsident des Bauindustrieverbandes Berlin-Brandenburg (BIBB), im Interview mit der Zeitung „Tagesspiegel“.

Preistreiber seien die Grundstücke, so Verbandspräsident Becker. Sie ließen die Kosten im Wohnungsbau deutlich steigen. „Um kostengünstig bauen und vermieten zu können, dürfen die Grundstücke nicht teurer als 400 Euro je Quadratmeter Wohnfläche sein. In Mitte oder Friedrichshain, Charlottenburg, Steglitz oder Zehlendorf gibt es allerdings nichts mehr unter 1.000 Euro“, beschrieb Becker die Situation. Private Bauträger ziehe es in die Stadtrandgebiete.

Damit die vielen Wohnungen, die in Berlin bereits jetzt und in den kommenden Jahren benötigt werden, entstehen können, setzt die Bauindustrie auf eine Vielfalt an Baumethoden. Sowohl die konventionelle Baustellenfertigung als auch die Platten- und Modellbauweise sollten gleichberechtigt nebeneinanderstehen. „Vorgefertigte Teile sind teurer als Ortbeton, sie verkürzen aber die Bauzeit“, erklärte Verbandspräsident Marcus Becker und führte aus, dass Berlin Wohnun-gen brauche, die den Multikulti-Charakter der Stadt ausmachen.
Im Interview mit dem „Tagesspiegel“ sprach sich Becker zudem für eine leistungsfähige Infrastruktur aus. Von den 12,3 Mrd. Euro, die der Bund 2016 für Infrastrukturmaßnahmen zur Verfügung stellt, müsse die Berliner Verwaltung gewillt sein, so viel Mittel wie möglich zu erhalten. Becker, Präsident der regionalen Bauindustrie, sagte weiter: „In Brandenburg gibt es Projekte, in Berlin sind die Schubladen leer. Das hat zur Folge, dass die Straßen und Brücken in Brandenburg inzwischen besser sind als in Berlin.“

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Erschienen in Ausgabe: September 2016 | Seite 8 (regional)

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