Konjunktur - von

Bauwirtschaft in „Sommerlaune“

Umsatz steigt um 7 Prozent, auch Auftragseingänge legen zu

Berlin – Der Sommer ist endlich in den Büchern der Bauunternehmen angekommen: Wie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) in der neuesten Ausgabe seines „Aktuellen Zahlenbildes“ mitteilt, lag der baugewerbliche Umsatz der Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten im Bauhauptgewerbe im Juni um nominal 6,8 Prozent über dem Niveau des entsprechenden Vorjahresmonats, auch dank zweier zusätzlicher Arbeitstage. Aufgrund der Umsatzrückgänge der Vormonate – die ausschließlich auf statistische
Basiseffekte und nicht auf eine schlechte Baukonjunktur zurückzuführen waren – liegt die Umsatzentwicklung des ersten Halbjahres mit minus ein Prozent allerdings noch hinter den Erwartungen für das Gesamtjahr von plus zwei Prozent zurück.

Rückgang der Auftragseingänge
Der Verband erwartet aber, dass die gute Auftragslage auch in den kommenden Monaten zu steigenden Umsätze führen und damit das Umsatzminus mehr als ausgleichen wird. Immerhin lagen die Auftragseingänge im ersten Halbjahr um nominal 1,9 Prozent über dem Niveau des vergleichbaren Vorjahreszeitraums, für den Juni meldeten die Bauunternehmen sogar ein Plus von neun Prozent. Aufgrund der zusätzlichen Arbeitstage errechnete das Statistische Bundesamt für Juni allerdings einen - saison-, arbeitstäglich und preisbereinigten - Rückgang der Auftragseingänge im Vergleich zum Vormonat von 4,3 Prozent.

Alle Bausparten haben deutlich zugelegt, das beste Gesamtergebnis wurde aber für den Wohnungsbau ausgewiesen: Der Auftragseingang stieg im Juni um 10,8 Prozent und der Umsatz lag sogar um 14,4 Prozent über dem Niveau des Vorjahreswertes (1. Halbjahr: plus 6,9 Prozent beziehungsweise plus 4,9 Prozent). Das Interesse der Investoren an einer soliden Kapitalanlage scheint ungebrochen: Die Baugenehmigungen für neue Wohnungen in Mehrfamilienhäusern legten im Juni mit plus 11,6 Prozent deutlich zu (1. Halbjahr.: plus 4,5 Prozent). Auch die Genehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser stiegen mit plus 11,7 Prozent unerwartet stark an.

Öffentlicher Bau zieht an
Ausgesprochen gut abgeschnitten hat auch der Öffentliche Bau: Die Gebietskörperschaften haben im Juni - dank steigender Steuereinnahmen - nicht nur offene Rechnungen beglichen (Umsatz. plus 3,9 Prozent, 1. Halbjahr: minus 3,8 Prozent), sie haben auch neue Aufträge vergeben: Die Bauunternehmen meldeten einen Anstieg des Auftragseingangs von 9,9 Prozent (1. Halbjahr: plus 2,4 Prozent). Auch die Neubaugenehmigungen im Öffentlichen Hochbau (veranschlagte Baukosten) haben wieder zugelegt (Juni: plus 31,4 Plus, 1. Halbjahr: plus 13,7 Prozent).

Indikatoren für den Wirtschaftsbau hellen sich auf
Die Indikatoren im Wirtschaftsbau haben sich im Juni deutlich verbessert: Die Bauunternehmen meldeten sowohl ein Order- als auch ein Umsatzplus (7,2 Prozent beziehungsweise 5,7 Prozent). Aufgrund der wechselhaften Entwicklung der vergangenen Monate sind beide Indikatoren für das gesamte ersten Halbjahr allerdings noch im Minus (1. Halbjahr: minus 0,9 Prozent beziehungsweise minus 1,7 Prozent). Auch die Neubaugenehmigungen von Wirtschaftsgebäuden lagen in den ersten sechs Monaten noch unter dem Niveau des entsprechenden Vorjahreswertes (minus 2,4 Prozent). Im Juni zogen die Genehmigungen aber wieder deutlich an (plus 21,6 Prozent), besonders stark haben die Handels- und Lagergebäude zugelegt (plus 34 Prozent).

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Erschienen in Ausgabe: September 2015 | Seite 2

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