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BVMB-Geschäftsführer Michael Gilka, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und BVMB-Präsident Martin Steinbrecher beim Neujahrsempfang. (Foto: BVMB)

Bauwirtschaft fordert bessere Politik für den Mittelstand

Beim Neujahrsempfang mahnte BVMB-Präsidetnt Steinbrecher klare Strategien für Wohnungsbau, Breitbandausbau und Fachkräftemangel an

DBU/ Bonn - Etwa 600 Vertreter aus der Bauwirtschaft und der öffentlichen Hand haben sich zum Neujahrsempfang der Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen in Bonn getroffen. Der im Amt bestätigte BVMB-Präsident Martin Steinbrecher nutzte im Beisein von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) die Gelegenheit zu einer Situationsanalyse und zu konkreten Forderungen des Baumittelstands an die Politik. Neben einer klaren Strategie für den Wohnungsbau, den Breitbandausbau und zur Gewinnung erneuerbarer Energien seien auch eine Verbesserung des Fachkräftezuwanderungsgesetzes und eine Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes erforderlich. Nur so könne der Fachkräftemangel wirksam bekämpft werden. Im Bereich der Infrastruktur bedürfe es einer ganzheitlichen Mobilitätsstrategie.


„Die mittelständische Bauwirtschaft hat eine überragende Kompetenz im Planen, Bauen und dem Erhalt von Bauprojekten aller Größenordnungen. Sie besitzt das Know-How für alle technischen Fachgewerke und kann qualifiziert, innovativ, qualitäts- und termingerecht auch große Lose ausführen – und das mindestens genauso schnell wie Großkonzerne“, unterstrich BVMB-Präsident Martin Steinbrecher die herausragende Bedeutung mittelständischer Baufirmen für die deutsche Wirtschaft. Er betonte auch deren Rolle als verlässlicher und fairer Arbeitgeber, der ebenso intensiv in allen Arbeitsbereichen der Bauwirtschaft ausbilde und „mit hoher sozialer Kompetenz“ zu seiner Belegschaft stehe.

 

Flexibilisierung der Arbeitszeit als verbesserte Rahmenbedingung
Die Rahmenbedingungen für den Mittelstand bedürften allerdings einer deutlichen Verbesserung, so Steinbrecher. Unter anderem im Kampf gegen den zunehmenden Fachkräftemangel erwarte die BVMB für ihre Mitglieder Rückende-ckung von der Politik. Das Fachkräftezuwanderungsgesetz sei „ein Schritt in die richtige Richtung, aber nicht ausreichend“. Die Politik müsse „mutig weitere Instrumente schaffen“ – unter anderem eine Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes. „Nacht-, Wochenend-, Feiertags- und Ferienarbeit mag zwar aus Sicht der Infrastrukturnutzer wünschenswert sein, sie ist jedoch Gift für die Bindung und Gewinnung von Fachkräften.“

 

Politik soll ganzheitliche Mobilitätsstrategie  entwerfen
Für den Wohnungsbau forderte der BVMB-Präsident eine „klare Strategie“. Ein Mietendeckel helfe hier nicht weiter, so Steinbrecher. Gefragt seien vielmehr eine attraktive Baulandpolitik, eine stärkere Investitionssicherheit durch die Möglichkeit von Sonderabschreibungen und vor allem einen Bürokratieabbau. Ebenso sei „unerklärlich, dass keine Einigung auf eine einheitliche Musterbauordnung möglich ist“. Für den Breitbandausbau ist laut Steinbrecher eine „Schärfung der Konzepte und eine forcierte Umsetzung“ nötig: „Wie soll Deutschland digitalisiert werden, wenn die für den Breitbandausbau zur Verfügung stehenden Fördermittel nicht abgerufen oder sogar zurückgegeben werden?“ Im Bereich der Infrastruktur müsse die Politik „klare Vorgaben im Rahmen einer ganzheitlichen Mobilitätsstrategie“ machen, die alle Verkehrsträger inklusive der Wasserstraßen angemessen berücksichtige.

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Erschienen in Ausgabe: online

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