Schalung - von

Bauprojekt der Superlative

RKS-Kletterschalsystem von Ulma feiert Premiere in Utrecht

Rödermark – Bis 2019 soll in den Niederlanden der Hauptbahnhof Utrecht Centraal und dessen Umfeld umgebaut sein. Das dortige Einkaufszentrum „Hoog Catharijne Mall“ wird modernisiert und erweitert: Bahnhof und Mall werden enger an die Innenstadt angebunden. Die französische Klépierre AG beauftragte die niederländische BAM Bouw en Techniek bv mit dem Umbau der Mall. Als Subunternehmer zeichnet Arton B.V. für die Errichtung der Rohbauten verantwortlich. Hierbei kommen Schalungssysteme von Ulma Betonschalungen und Gerüste zum Einsatz – unter anderem Wand-, Rahmen- und Handschalung sowie das Traggerüstsystem T-60. Das technische Konzept für die wirtschaftliche, zeitoptimierte Verwendung der Schalungssysteme stellten die Baupartner in nur wenigen Wochen gemeinsam auf die Beine.

Um die Arbeiten zu beschleunigen, wurde von Ebene -2 gleichzeitig in Aufwärts- und Abwärtsrichtung weitergebaut, wobei die innenliegenden Gebäudekerne mit der Handschalung Comain und selbstverdichtendem Beton hergestellt wurden. Für die außenliegenden Kerne findet ein schienengeführtes Klettersystem aus MK-Riegeln und Orma-Elementen Verwendung – auch das eine Lösung, die zu einem reibungslosen, zügigen Baufortschritt und zur Sicherheit beiträgt.

Kompetenz in Planung und Logistik
Das Projekt ist auch deshalb anspruchsvoll, weil viele Arbeiten zeitgleich erfolgen. Für die Rohbauerstellung war daher ein zuverlässiger Partner gefragt, der die Schalungen zu einem wirtschaftlichen Preis in jeder Menge liefern kann und das Know-how in puncto Planung und Logistik mitbringt.
Bei der Erstellung des Schalungskonzeptes legte das ausführende Unternehmen besonderen Wert auf das Thema Sicherheit und gab den Einsatz eines schienengeführten Klettersystems vor. Mit dem sogenannten RKS-Kletterschalsystem schlugen Ulma-Gebietsleiter Remco de Jong und Ulma-Projektleiter Joost Elferink eine Lösung vor, die auf der Baustelle in Utrecht ihre landesweite Premiere erlebte.
Bei der RKS-Kletterschalung handelt es sich um ein schienengeführtes System aus MK-Profilen, bei dessen Verwendung der Kran die komplette Konstruktion über Tragschienen in außen am Gebäudekörper angebrachte RKS-Köpfen sukzessive nach oben zieht.

„Das System lässt sich durch die permanente Verbindung zum Gebäude selbst unter widrigen Wetterbedingungen reibungslos hochfahren, somit konnten wir die Anforderungen zur Zufriedenheit unseres Baupartners 100-prozentig erfüllen“, erläutert de Jong die Vorzüge des krangeführten oder wahlweise hydraulischen Systems.
Im Innern der Gebäudekerne kommen eine KSP-Schachtbühne mit Nachlaufbühne sowie die Schachtinnenschalung Orma zum Einsatz. Orma ist mit Ausschalinnenecken ausgestattet. Diese sorgen dafür, dass die Schalung um rund 30 mm von der Wand abgerückt und danach komplett mit dem Kran umgesetzt werden kann.
Die Schachtbühne besteht im Wesentlichen aus Belag, Holzschalungsträger, SB-Träger und daran abgebolzten Schachtbühnenköpfen mit Schwerkraftklinken. Diese sind beidseitig 25 Zentimeter teleskopierbar und gestatten es so, das System an verschiedenste Schachtquerschnitte anzupassen. „Die Auflagerung der Bühne erfolgt in durch Aussparungsboxen hergestellten Auflagertaschen in der Wand“, erläutert Elferink. „Beim Umsetzen wird die Schwerkraftklinke der Klappkonsole durch die nach oben gezogene Schachtbühne weggeklappt und fällt in der nächsten Aussparung selbständig zurück in ihre Position. Durch nachfolgendes Absenken der Bühne ist die neue Einbauposition erreicht.“ Bei dem Bauvorhaben in Utrecht wurde die Schachtbühne mit einer Nachlaufbühne ausgestattet, die mittels Ankerstäben an die Schachtbühne angebunden wurde. Eine Leiterkonstruktion mit Durchstieg verbindet die Nachlaufbühne mit der Hauptbühne.
Mit dem bisherigen Ablauf der Arbeiten zeigen sich die Baupartner sehr zufrieden: „Der enge Kontakt zwischen den Beteiligten und die regelmäßigen Besprechungen tragen sehr zum reibungslosen Fortschritt der Bauarbeiten bei“, sagt Vrielink, zudem habe Arton im Laufe der letzten Jahrzehnte eine Reihe ähnlich anspruchsvoller Projekte realisiert und umfangreiches Know-how aufgebaut.

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Erschienen in Ausgabe: September 2016 | Seite 23

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