Messe BAU 2017 - . Redaktion

Die Fassade aus Glasfasergewebe verleiht dem Testturm ein filigranes Erscheinungsbild.  (Foto: Werner Sobek, Stuttgart)
Die Fassade aus Glasfasergewebe verleiht dem Testturm ein filigranes Erscheinungsbild. (Foto: Werner Sobek, Stuttgart)

Aufzugsturm der Superlative

246 Meter hoher Turm aus 15.000 Kubikmeter Beton

Stuttgart – Rottweil liegt etwa 70 Kilometer nordwestlich vom Bodensee und ist die älteste Stadt Baden-Württembergs: Sie wurde bereits vor fast 2.000 Jahren gegründet und beeindruckt ihre Besucher mit ihrer alten, sehr gut erhaltenen Innenstadt. Die Stadtsilhouette ist geprägt von zahlreichen Türmen – Kirchen, Stadttore bis hin zu einem Wasserturm. Die vielfältigen Bauwerke brachten Rottweil daher den Beinamen „Stadt der Türme“ ein.
Die schon bisher charakteristische Stadtansicht wird demnächst durch einen weiteren Turm der Superlative bereichert. Der Aufzughersteller thyssenkrupp lässt seit 2014 an weithin sichtbarer Stelle einen 246 Meter hohen Testturm für Aufzüge bauen. Das Innere des Turms hat einen Durchmesser von 21 Meter und ermöglicht ab 2017 intensive Aufzugtests in insgesamt 12 Schächten. Mithilfe eines im Turm installierten Pendels werden nicht nur die Bewegungen des Turms ausgeglichen, es können auch Schwingungen anderer Gebäude simuliert werden – selbst die Schwingungen der höchsten Gebäude der Welt. Dies hilft aufwändige Tests am Einbauort und damit Kosten und Zeit zu reduzieren.

Höchstleistung mit Sika-Betontechnologien
Bereits drei Monate vor offiziel­lem Baubeginn wurde das Fundament mit bis zu 30 Meter in die Tiefe errichtet. In Betongleitschalungsbauweise wuchs der Turm dann täglich um durchschnittlich 3,6 Meter in die Höhe. Insgesamt besteht das Bauwerk aus beeindruckenden 15.000 Kubikmeter Beton. Neben den hohen Ansprüchen der Gleitschalungsbauweise stellten die zum Teil hohen sommerlichen Temperaturen besondere Anforderungen an den Beton: Selbst bei langen Transport- und Verarbeitungszeiten muss er bestimmte Erstarrungs- und Erhärtungszeiten einhalten. Das macht den Einsatz spezieller Betonzusatzmittel notwendig. Der Betonhersteller entschied sich dabei für Sika-Technologien, deren Leistungsfähigkeit durch die langjährige Zusammenarbeit bereits bekannt war. Zudem stand Sika ihm schon im Vorfeld der Bauarbeiten mit umfangreichen Serviceleistungen wie Betreuung, Erstprüfungen und Unterstützung durch die Sika Anwendungstechnik zur Seite.
Sika-Produkte stellten sicher, dass die erforderlichen Betoneigenschaften während der Bauphase erreicht wurden. So wurden dem Transportbeton zum einen 60 Tonnen des Beton-Fließmittels Sika Viscocrete-1075 zugegeben – für eine gute Verarbeitbarkeit trotz einer unter Umständen langen Transportdistanz. Zum anderen leis­tete Sika einen wichtigen Beitrag zur Verlängerung der möglichen Verarbeitungszeit. Dies geschah mit Hilfe von etwa 10 Tonnen Sika Beton-Verzögerer VZ 10, welche ebenfalls dem Beton zugegeben wurden. Die Sika-Betonzusatzmittel ermöglichten eine gute und sichere Verarbeitung am Rottweiler Aufzugstestturm.

Rundumblick bis zu den Alpen
Der Testturm wurde vom Stuttgarter Architekten Werner Sobek in Zusammenarbeit mit Helmut Jahn aus Chicago entworfen.
Trotz der großen Mengen an verbautem Beton und dem Gesamtgewicht von etwa 40.000 Tonnen war das erklärte Ziel, dem Turm ein filigranes Erscheinungsbild zu verleihen. Dazu erhält das Bauwerk eine Hülle aus einem Glasfasergewebe, das mit PTFE – landläufig bekannt als Teflon – beschichtet ist. Diese Hülle schützt den Turm vor Witterungseinflüssen, ist gleichzeitig selbstreinigend sowie langlebig und erlaubt durch seine Eigenschaften einen ständig neuen Lichteinfall. Basis des gesamten Turms ist jedoch die stabile Betonkonstruk­tion, zu der Sika mit mehreren Produkten maßgeblich beigetragen hat.

Anfang 2017 wird der neue Aufzugstestturm in Rottweil seinen Betrieb aufnehmen. Ab dann wird auch ein weiterer, wortwörtlicher Höhepunkt zur Verfügung stehen: die bundesweit höchstgelegene öffentliche Besucherplattform. In 232 Meter Höhe können Besucher einen 360-Grad-Ausblick genießen, der weit über Schwäbische Alb, Schwarzwald und bei guter Sicht sogar bis zu den Schweizer Alpen reicht.

. Redaktion

Erschienen in Ausgabe: Dezember 2016/Januar 2017 | Seite 33

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