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Auf alles vorbereitet

Scania Bau-LKW beim diesjährigen Scania Test & Drive 2015 in Greifenstein-Allendorf

Koblenz – Scania Baufahrzeuge haben beim diesjährigen Scania Test & Drive 2015 im mittelhessischen Greifenstein-Allendorf gezeigt, was sie können – vom Zweiachser für die Straße bis zum 8x8 für härtestes Geländer. Das Baukastensystem von Scania bietet eine enorme Bandbreite an Spezifikationsmöglichkeiten – für die Baustelle ebenso wie für Einsätze abseits befestigter Straßen.

Vom Zweiachser für die Straße bis zum 8x8 für härtestes Gelände, von 250 PS für den leichten Einsatz bis zu 730 PS für schwere Lasten in anspruchsvollem Terrain: Das Scania Baukastensystem bietet eine enorme Bandbreite an Spezifikationsmöglichkeiten – für die Baustelle ebenso wie für Einsätze abseits befestigter Straßen – inklusive der von den Fernverkehrfahrzeugen bekannten Komponenten wie Scania Opticruise, Scania Retarder mit Freilauffunktion, die GPS-basierte vorausschauende Geschwindigkeitsregelung Scania Cruise Control Active Prediction (Scania CCAP) mit Eco-Roll sowie Motoren, die ausschließlich die SCR-Technologie nutzen (SCRonly- Motoren).

• SCR only – sparsame und drehmomentstarke Euro-6-Motoren der 3. Generation “Fit for hard work”: So präsentieren sich die Scania Modelle für den Einsatz im Off-Road- Bereich, auf der Baustelle und im Baugewerbe. 18 Varianten umfasst das Euro-6- Motorenangebot von Scania – vom Reihenfünfzylinder mit 250 PS bis hin zum 730 PS starken V8. Dazu zählen auch Antriebsquellen bei denen ausschließlich die Abgas- Nachbehandlung mit SCR-Technologie (SCR-only) zum Einsatz kommt. Sieben der neun Fahrzeuge, die Scania beim Test & Drive Baufahrzeuge 2015 präsentiert, sind mit SCR-only-Motoren bestückt, davon sechs Einheiten mit dem 2014 vorgestellten Reihensechszylinder mit 450 PS.

Die 450-PS-Variante hat sich in den vergangenen Monaten bei Pressetests und im Kunden-Einsatz als ausgesprochen wirtschaftlicher Antrieb herausgestellt. Journalisten und Transportunternehmer attestieren niedrigste Kraftstoffverbräuche. Mit einem maximalen Drehmoment von 2.350 Nm steht der 13-Liter-Motor von Scania klar an der Spitze in seiner Klasse.

Bei den SCR-only-Motoren setzt Scania im Gegensatz zu den EGR-/SCR-Triebwerken (Turbolader mit variabler Geometrie) auf Turbolader mit fester Geometrie. Der AdBlue-Verbrauch des 450-PS-Motors SCR only liegt etwas höher als der AdBlue-Verbrauch des 450-PS-Motors mit EGR und SCR. Durch den niedrigen AdBlue- Preis und den niedrigen Diesel-Verbrauch zeichnet sich der 450-PS-Motor SCR only durch seine höhere Gesamtwirtschaftlichkeit aus.
• Baufahrzeuge mit Scania Opticruise, Scania Cruise Control Active Prediction (Scania CCAP) und Scania Eco-Roll: Die Baufahrzeuge des Scania Test & Drive 2015 sind alle mit der automatisierten Schaltung Scania Opticruise ausgestattet. Acht dieser Lkw sind mit der vollautomatisierten Kupplung, d. h. ohne Kupplungspedal spezifiziert – davon vier Einheiten mit der vorausschauenden Geschwindigkeitsregelung Scania Cruise Control Active Prediction (Scania CCAP) in Kombination mit Scania Eco-Roll. Der Vierachs-Dreiseitenkipper Scania G 450 CB8x4MHZ, der in der Saison 2015 als Pressetestfahrzeug eingesetzt wird, verfügt zusätzlich über Eco-Roll 2, die zweite Generation von Scania Eco-Roll, bei der sich der Leerlauf einschaltet, auch wenn die Geschwindigkeitsregelung nicht aktiviert ist. Auch der Absetzkipper Scania P 410 und der Abrollkipper Scania G 450 sind mit Eco Roll 2 ausgestattet.

Scania Opticruise basiert auf den serienmäßigen Schaltgetrieben von Scania. Exklusiv bei Scania hat der Kunde die Möglichkeit die Schaltung mit oder ohne Kupplungspedal zu bestellen. Zudem kann er zwischen den vier Schalt-Modi Standard, Economy, Power und Off-Road maximal drei Varianten auswählen. Sämtliche Fahrprogramme werden mithilfe eines Ringschalters am Opticruise-Hebel aufgerufen, der jeweils eingelegte Modus wird im Hauptinstrument angezeigt. Verschiedene Parameter von Opticruise lassen sich zur Verbesserung der Funktionalität in jeder Scania Servicewerkstatt individuell einstellen. Der Power-Modus und die Kickdown- Funktion lassen sich auf Wunsch abschalten, die Maximal-Geschwindigkeit um 4 oder 9 km/h reduzieren. Die Wahl des Anfahrganges erfolgt automatisch, der als Standard gewünschte Anfahrgang lässt sich vom Fahrer programmieren.

Bei Baufahrzeugen ist Scania Opticruise mit einem speziellen Geländemodus (Off-Road- Modus) ausgestattet, der die sorgfältige Anpassung an den Einsatz im Gelände und auf lockerem oder weichem Untergrund mit hohem Rollwiderstand erlaubt. Dieser Off-Road- Modus, der die Fahrmodi Normal und Power ergänzt, strebt danach, die Kupplung so viel wie möglich aktiviert zu lassen, um Unterbrechungen im Kraftfluss und somit bei der Traktion zu verhindern. Die Zahl der Schaltvorgänge wird auf ein Minimum reduziert, indem das System zulässt, dass die Motordrehzahl in einem größeren Drehzahlband variiert. Das Schalten erfolgt schneller und mit weniger Fokus auf den Komfort.

Viele nützliche Funktionen sorgen für zusätzlich bessere Bedienung, beispielsweise der Modus für bessere Traktion des Fahrzeugs, der bei sehr niedrigen Geschwindigkeiten ein Höchstmaß an Präzision gewährleistet. Der Fahrer kann auch eine spezielle Funktion aktivieren, um beim Anfahren bei sehr hohem Rollwiderstand zusätzliche Motordrehzahl aufzurufen. Dies erfolgt, indem er das Gaspedal schnell ganz durchtritt. Die Vorwahl von D oder R mithilfe des Drehschalters während sich das Fahrzeug noch langsam in die entgegengesetzte Richtung bewegt, sorgt für ein sofortiges Einschalten sobald das Fahrzeug stehen bleibt.

• Der Freischaukel-Modus: ist ein Feature, das gerade unter schwierigen Bedingungen besondere Vorteile aufweist. Dieser Fahrmodus wird automatisch aktiviert, wenn die Antriebsräder durchdrehen und die Vorderräder stillstehen. Geht der Fahrer vom Gas, wird automatisch ausgekuppelt. Der Fahrer kann dann wiederholt Gas geben, um sein festgefahrenes Fahrzeug „heraus zu schaukeln“ und die Fahrt fortzusetzen. Dieser Freischaukel-Modus ist im Geländemodus deaktiviert, damit die Kupplung so lange wie möglich geschlossen bleibt.

Hill-Hold: ist eine weitere sehr geschätzte Funktion in Zusammenhang mit Scania Opticruise – es lassen sich damit auch Trommel-gebremste 6x4- und 8x4-Fahrzeuge ausstatten.

• Eco-Roll: ist bei 2-Pedal-Opticruise in die vorausschauende Geschwindigkeitsregelung Scania CCAP integriert und spart, je nach Fahrstrecke, bis zu zwei Prozent Kraftstoff.

Während des Fahrens im Opticruise-Modus Eco oder Standard berechnet das System, ob es für den Kraftstoffverbrauch günstiger ist, mit dem Getriebe in Neutralstellung und dem Motor im Leerlauf bergab zu rollen oder die Motorbremse mit abgeschalteter Kraftstoffzufuhr zu nutzen. Das System entscheidet sich für die Nutzung der Bewegungsenergie und das Bergabrollen mit dem Getriebe in Neutralstellung, wenn die Zeitdauer für das Rollen im Freilauf ausreichend ist und die Geschwindigkeit gleichzeitig nicht ansteigt, als dass ein Bremsvorgang vermieden werden kann. Denn durch das Bremsen geht die, dank des länger andauernden Freilaufs ohne Motorbremse, zu erwartende Energieeinsparung verloren.

Die erste Generation von Scania Eco-Roll, Eco-Roll 1, funktioniert, wenn die Geschwindigkeitsregelung Scania CCAP aktiviert ist. Mit der zweiten Generation von Scania Eco-Roll, Eco-Roll 2, (seit März 2015) kommt die Eco-Roll-Funktion auch ohne aktivierte Geschwindigkeitsregelung zum Einsatz.

• Scania Retarder mit Freilauffunktion: Seit über 20 Jahren ist der Scania Retarder das Maß der Dinge unter den Zusatzbremsen. Seit 2014 bietet Scania eine einzigartige Ausführung R4100D an, bei der sich der Scania Retarder automatisch abschaltet und in den Freilaufmodus wechselt, wenn die Retarder- Funktion nicht benötigt wird. Das spart Kraftstoff und reduziert Schleppverluste. Beide Schaufelräder, die die Bremsleistung durch Drehung im Öl erzeugen, werden abgeschaltet. Der Fahrer braucht dazu nichts zu tun.

Wird Bremskraft benötigt, schaltet sich der Freilauf ab. Das Einkuppeln erfolgt sanft und unmittelbar durch Synchronisierung, ähnlich wie im Scania Getriebe. Abgesehen davon, dass er keine Energie verbraucht, stellt der Retarder mit Freilauffunktion dank höherer Übersetzungen zudem eine höhere Bremskraft bereit: 4.100 Nm anstatt 3.500 Nm. Zudem ist die größere Bremswirkung bei niedrigen Motordrehzahlen verfügbar.

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Erschienen in Ausgabe: Oktober 2015 | Seite 30

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