. Jasch Zacharias

GdW-Chef Axel Gedaschko moniert „ideologische Regulierungsdiskussionen“, die Wohnungsbau verlangsamen. (Foto: GdW/ Nils Hasenau)

„Alarmsignal für bezahlbares Wohnen“

GdW-Präsident Gedaschko fordert Baubeschleunigungsgesetz

DBU/Berlin – Obwohl dringend mehr Wohnungen in Deutschland gebaut werden müssen, ist die Zahl der Baugenehmigungen für den Neubau von Wohnungen im ersten Quartal 2019 gesunken. Axel Gedaschko, Präsident des Bundesverbands der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (GdW) kritisiert diese Entwicklung und fordert ein Baubeschleunigungsgesetz,

„Der Wohnungsmangel in Deutschland wird zur Dauersituation. Statt den Wohnungsbau und die Baugenehmigungen wirksam anzukurbeln, wurden im ersten Quartal 2019 deutlich weniger Wohnungen genehmigt als im Vorjahr. Das ist keine Überraschung, aber ein Alarmsignal für die Zukunft des bezahlbaren Wohnens. Von den jährlich notwendigen neuen Wohnungen in Deutschland bleiben wir meilenweit entfernt“, meint Axel Gedaschko angesichts der vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten jüngsten Baugenehmigungszahlen.
„Die Bau-Pipeline ist verstopft. Die Gründe: zu wenig Bauland, zu wenig Mitarbeiter in den Behörden, zu wenig Kapazitäten seitens der Baufirmen. Und: vielfach abschreckend hohe Preise für Bauland und Bauleistungen, so dass an der Zielgruppe vorbei gebaut würde und daher erst gar nicht mehr weiter geplant wird“, so Gedaschko weiter.
Es müsse jetzt an den wirksamen Stellschrauben gedreht werden, um den Wohnungsbau dauerhaft anzukurbeln. Ideologische Diskussionen um immer weitere Regulierungen der Wohnungsmärkte oder gar Enteignungen sind Augenwischerei und lenkten nur vom eigentlichen Problem ab: „Wir brauchen mehr und vor allem bezahlbare Wohnungen“, sagt Gedaschko.
Dabei lägen die Lösungen längst auf dem Tisch: Das Planungs- und Baubeschleunigungsgesetz müsse zügig kommen. Es müsse zudem dauerhafte steuerliche Verbesserungen für den Wohnungsbau geben. Die Branche benötige eine aktive und vorausschauende Liegenschafts- und Bodenpolitik der Städte und Kommunen ebenso wie interkommunale Lösungen und Stadt-Umland-Kooperationen als neue Ansatzpunkte.
Die Kommunen müssten die Grundstücke grundsätzlich nach dem Gebot der Konzeptvergabe und nicht nach Höchstpreisen abgeben. Die Genehmigungskapazitäten in den Ämtern müssten erhöht und die Ergebnisse der Baukostensenkungskommission aus der letzten Legislaturperiode umgesetzt werden. Die Wohnungswirtschaft habe indes ihre Hausaufgaben gemacht und mit den Projekten der Rahmenvereinbarung zum seriellen Bauen Möglichkeiten aufgezeigt, durch Vorproduktion dem Fachkräftemangel zu begegnen und bezahlbar zu bauen.
Es liege nun an der Politik, die Bedingungen für eine schnellere bundesweite Realisierung der innovativen Wohnungsbaukonzepte zu schaffen: „Wir brauchen eine vereinfachte und beschleunigte Grundstücksvergabe sowie eine bundesweit einheitliche Typenbaugenehmigung. Das Motto muss lauten: Einmal genehmigt, vielfach gebaut – und das in unterschiedlicher, vielfältiger baulicher und optischer Ausgestaltung“, sagt Gedaschko.

. Jasch Zacharias

Erschienen in Ausgabe: Seite 4| Juli 2019

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